Die Krise als Chance begreifen

Haben Sie es schon gehört? Schneller denn je steigen die CO2-Emissionen. Die zwei Grad Celsius Temperaturanstieg, von Wissenschaftlern eben noch als äußerste Grenze markiert, sind inzwischen Makulatur. Die Klimakrise ist hausgemacht. Die Finanzkrise aber auch. Irgendwann musste diese Blase ja platzen! Wie eng Finanz- und Klimakrise indes zusammenhängen, kann man ganz schön an unserer Automobilindustrie sehen.
Die deutschen Autobauer haben die Zukunftstrends bewusst ignoriert. Pkw wurden nicht spritsparend und umweltschonend, sondern immer schneller und dicker gebaut. Denn das versprach kurzfristig mehr Rendite. Dann aber stieg der Ölpreis auf Rekordniveau. Premiummodelle, solche Schlitten, die zwischen 10 und 20 Litern verbrauchen, sind inzwischen zu Ladenhütern geworden. Das zeigt die Statistik der Neuzulassungen. Ein erster Segen fürs Klima.
Doch es muss scharfe Klimaschutzauflagen bei Autos geben. Sie müssen weniger Kraftstoff verbrauchen und weniger CO2 verbrennen. Wenn man diese Umweltauflagen dann noch mit steuerlichen Anreizen für sparsame Pkw verbindet, zum Beispiel im Rahmen einer Reform der Dienstwagen- und Kfz-Besteuerung, würde der Absatz von sparsamen Pkw weiter steigen. Dies wiederum wäre ein wichtiger und richtiger Beitrag zum Klimaschutz.
Es ist längst bewiesen, dass die Kosten für Klimaschutzinvestitionen viel geringer sind als die Folgekosten, die Stürme, Überschwemmungen und Ernteausfälle mit sich bringen werden. Da sind Investitionen in Erneuerbare Energien, in Gebäudedämmung, in energiesparende Elektrogeräte und effiziente Pkw eine echte Chance und können zu einem regelrechten Konjunkturmotor für die deutsche Volkswirtschaft werden. 500 Milliarden Euro hat die Bundesregierung innerhalb weniger Tage zur Rettung unserer Konten zusammengetragen. Warum aber investiert sie nicht ähnlich schnell und ähnlich viel, um unsere Erde zu retten?