
Wenn ich heute 25-Jährige sehe, kommt mir oft die 25-jährige Geschichte von Greenpeace Deutschland in den Sinn. Was haben diese jungen Männer und Frauen bewusst oder unbewusst schon alles an Umwelt-Geschichte und Geschichten miterlebt? Wissen sie es zu schätzen, welche Erfolge es in den Jahren für Natur und Umwelt gegeben hat - selbst in einem dicht besiedelten und hoch industrialisierten Land wie der Bundesrepublik?
Bei ihrer Geburt 1980 hatten die Schollen noch Himbeer-Geschwüre, der Sprit war verbleit und FCKW zerlöcherten die Ozonhülle der Erde. Als Kinder haben sie den Gau von Tschernobyl mit erlebt, verstrahlte Pilze und verbotenes Gemüse. Es gab vieles an alltäglicher Umweltzerstörung, was heute nicht mehr tragbar wäre. Chemische Abfälle wurden auf hoher See verbrannt, Atommüll einfach im Meer versenkt, Säure in die Nordsee gepumpt.
Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Das Bewusstsein von einem kleinen Planeten mit begrenzten Ressourcen ist im Alltag verankert - wenn auch das alltägliche Handeln nicht immer danach aussieht. Aber Öko-Eier hatte 1980 nur derjenige mit eignen Hühnern, im Supermarkt wäre man ausgelacht worden - hätte man danach gefragt.
Die Situation der Erde hat sich global betrachtet nicht gebessert. Fasst man alle Erfolge der Umweltbewegung zusammen, so werden sie die zunehmende Vernichtung von Lebensgrundlagen gerade in ärmeren Regionen nicht aufwiegen können. Die Bedrohung der Umwelt hat sich gewandelt, weg vom Einzelproblem hin zu oft schwer verständlichen Gesamtzusammenhängen.
Heute geht es um die Frage, wie der Energiemix der Zukunft ohne Kohle, Öl und Atom aussehen kann und nicht um einzelne rauchende Schornsteine. Es geht um die Gesamtbedrohung der Ozeane durch Klimawandel, Überfischung und Verschmutzung und nicht um ein Abflussrohr. Doch, dass wir heute in Deutschland auf eine informierte, kritische und z.T. umweltschützende Bevölkerung setzen können, ist Ihr Verdienst, liebe Förderinnen und Förderer.
Nicht nur, dass Ihre Unterstützung uns zu einer von Staat und Industrie völlig unabhängigen Stimme der Umwelt gemacht hat. Sie haben durch Ihre Fördermitgliedschaft bei Greenpeace auch in Ihrer Umgebung ein Zeichen gesetzt und dazu beigetragen, dass die meisten Deutschen Greenpeace kennen und schätzen. Darüber hinaus konnten wir mit Hilfe Ihrer Spenden weltweit dazu beitragen, dass auch andere 25-Jährige mit sauberen Flüssen und lebendiger Natur aufwachsen können.
Herzlichen Dank!
Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland