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Palmölkonzern stellt Weichen für Regenwaldschutz

Hoffnung für den indonesischen Regenwald: Der Palmölgigant Golden Agri Resources (GAR) hat Wälder identifiziert, die in Zukunft für den Anbau von Ölpalmen tabu sein sollen. Sein gestern in Jakarta vorgestellter Report könnte wegweisend sein - wenn die indonesische Regierung mitzieht.

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Erfolg einer Greenpeace-Kampagne

GAR ist eine Tochter der Sinar Mas-Gruppe, die 2010 im Zentrum einer Greenpeace-Kampagne für den Schutz der indonesischen Regenwälder stand. Großabnehmer wie Nestlé und Unilever kündigten damals ihre Lieferverträge. Anfang 2011 lenkte GAR ein und kündigte an, in Zukunft auf Waldzerstörung zu verzichten.

Zusammen mit Umweltverbänden entwickelte der Konzern Kriterien, um für den Arten- und Klimaschutz besonders wertvolle Wälder zu identifizieren. Dies beinhaltete zum Beispiel die Messung und Berechnung des Kohlenstoffgehalts der über- und unterirdischen Biomasse. Die Untersuchungen wurden in dem nun veröffentlichten Report zusammengeführt. Er stellt auf wissenschaftlicher Basis eine konkrete Handlungsanleitung für die Definition und Identifikation schützenswerter Wälder dar.

Strenge Kriterien für die Umwandlung in Plantagen

Auch Greenpeace beteiligte sich an diesem Prozess und setzte sich für strenge Richtwerte ein. So wurde ein Schwellenwert von 35 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar festgelegt. Zum Vergleich: Nur Offenland sowie kürzlich gerodete Wälder mit wenig Bewuchs liegen unterhalb dieser Schwelle - selbst für wieder nachgewachsene Wälder mit vereinzelten alten Waldstrukturen wird eine Kohlenstoffspeicherung von etwa 60 Tonnen/Hektar berechnet. Sogar diese sind tabu für die Umwandlung in Plantagen.

Der Palmölgigant Golden Agri Resources hat gezeigt, dass es für Unternehmen möglich ist, Wälder zu identifizieren, die unbedingt geschützt werden müssen, sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace. Dies ist ein wichtiger Meilenstein, aber jetzt müssen auch endlich Taten der Industrie und Politik zum Schutz dieser Wälder folgen.

Die indonesische Regierung muss jetzt nachziehen

Der Report von GAR wurde am 5. Juni in Jakarta von einer Arbeitsgruppe der indonesischen Regierung vorgestellt. Diese setzt sich im Auftrag des Präsidenten dafür ein, die Treibhausgasemissionen Indonesiens bis 2020 drastisch zu senken. Der Report kann dazu maßgeblich beitragen, wenn die indonesische Regierung die Initiative von GAR aktiv unterstützt. Auf der Basis der jetzigen Erkenntnisse müssen die aktuellen Gesetze und Abkommen nun nachgebessert bzw. kontrolliert und so auch andere Konzerne zum Waldschutz verpflichtet werden.

Greenpeace bleibt am Ball

Denn das Engagement von GAR ist derzeit eine Ausnahme. Der Papierkonzern Asia Pulp and Paper (APP), der wie GAR zur Sinar Mas-Gruppe gehört, rodet weiterhin die Regenwälder Indonesiens, um Plantagen mit schnell wachsenden Hölzern für die Papierproduktion anzulegen. Um den Konzern dazu zu bewegen, dem Vorbild von GAR zu folgen, hat Greenpeace eine weltweite Kampagne gegen den Urwaldzerstörer gestartet. Zahlreiche Firmen rund um den Globus haben bereits ihre Lieferverträge ausgesetzt, bis APP glaubhaft belegen kann, für seine Produktion auf Regenwaldzerstörung zu verzichten.

Greenpeace beobachtet darüber hinaus genau, wie GAR seine Absichten und die Erkenntnisse aus dem Report umsetzt und fordert auch den Rest der indonesischen Industrie auf, dem Beispiel von GAR zu folgen.

 

Zum Weiterlesen:

Meilenstein: Palmölgigant verspricht Stopp der Urwaldzerstörung
APP zerstört die indonesischen Tigerwälder

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