
Im Jahr 2002 haben sich die Staatschefs auf dem Weltgipfel verpflichtet, den Artenverlust bis 2010 nennenswert zu reduzieren. Das müssen die Länder in die Tat umsetzen: Auf der Konferenz zum Leben auf der Erde (CBD) im Februar 2004 müssen die Regierungen ein repräsentatives, umfassendes und globales Netzwerk von Schutzgebieten beschließen und sofort einrichten. Gleichzeitig ist es unerlässlich, außerhalb der Schutzgebiete eine ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Waldwirtschaft umzusetzen - den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) entsprechend.
Millionen Tier- und Pflanzenarten - viele noch unentdeckt - sind in den letzten Urwäldern zu finden. Wahre Giganten, wie etwa der bis zu 50 Meter hohe Mahagoni-Baum oder bis zu 500-jährige Fichten wachsen im Urwald.
Weltweit leben etwa 20 Millionen Menschen in den Urwäldern - unter ihnen indigene Völker, die seit Jahrtausenden die Urwälder nutzen und hier ihren Lebensraum und ihre kulturelle Basis finden.
Der rasante Verlust der biologischen Vielfalt ist eine der dramatischsten Konsequenzen anhaltend hoher Urwaldzerstörung. Jedes Jahr werden mindestens 150.000 Quadratkilometer Urwald vernichtet - alle zwei Sekunden die Fläche eines Fußballfeldes, Tendenz steigend. Bis heute sind schon 80 Prozent der einstmals großen Urwaldgebiete vom Menschen zerstört worden.
Wissenschaftler haben belegt, dass die zurzeit bestehenden Schutzgebiete den Arten- und Lebensraumverlust nicht aufhalten können. 25 Milliarden Euro sind jährlich nötig, um ein ausreichend großes Netzwerk von Schutzgebieten aufbauen zu können.
In Urwald-Schutzgebieten soll jegliche industrielle Nutzung, wie zum Beispiel Holznutzung, Ölbohrungen, Goldsuche, Straßenbau oder andere zerstörerischen Aktivitäten verboten sein. Weiterhin Bestandteil des Waldes ist dagegen die an die Natur angepasste Nutzung der Urwälder durch indigene, lokale Völker. Diese müssen gehört werden und haben bei der Entscheidung über die nachhaltige Nutzung der Urwälder Mitentscheidungsrechte.
Damit sich die Vielfalt der Tiere und Pflanzen in den Schutzzonen natürlich entwickeln kann, soll auch die Nutzung der Wälder um die Schutzzonen herum nach ökologisch nachhaltigen und sozialen Kriterien stattfinden. Einzigartiges Beispiel dafür: das weltweit anerkannte Waldzertifizierungssystem des Forest Stewardship Council (FSC).