Urwälder: retten oder vernichten - noch kann gehandelt werden
Ansichten dieses Artikels:
Details zum Artikel:
- Artikel veröffentlicht am: 17.03.2004,
- Artikel veröffentlicht von: Greenpeace Redaktion
Die Urwälder der Welt brauchen sofortige Hilfe. Denn immer noch fällt alle zwei Sekunden ein Gebiet von der Größe eines Fußballfeldes Motorsägen, Baggern oder Brandrodungen zum Opfer. Von den einstmals 63 Millionen Quadratkilometern unberührten Urwaldes auf unserem Globus existieren heute nur noch sieben Restgebiete.
Diese müssen dringend unter Schutz gestellt werden, wollen die Menschen das Ökosystem Erde nicht vollends aus dem Gleichgewicht bringen: Denn Bäume regulieren das Klima, filtern Luft, reinigen Wasser und verhindern Erosionen.
Mit dem Abholzen der Urwälder stehen unzählige Pflanzen- und Tierarten kurz vor der Ausrottung. Ureinwohner verlieren ihren Lebensraum, allein in Brasilien wurden bereits 87 Kulturen ausgelöscht.
Noch besteht die Chance, die verbliebenen Urwälder in ihrer Artenvielfalt zu retten. Dazu muss aber jetzt gehandelt werden! Regierung und Industrie tragen die Verantwortung!
Sieben Urwaldregionen, sieben Symboltiere.
Die Fantastischen Sieben sind die letzten großen, zusammenhängenden Urwälder dieser Erde. Sie sind bedroht. Mit ihnen bedroht sind viele Tier- und Pflanzenarten, aber auch die Menschen, die dort leben.
Trotz der 1992 in Rio beschlossenen Konvention für die biologische Vielfalt (CBD) ist seitdem Urwald der dreifachen Größe Deutschlands für immer vernichtet worden. Die internationalen Vereinbarungen müssen endlich umgesetzt werden. Helfen Sie uns dabei - bringen wir die Regierungen der Welt dazu, die richtige Entscheidung in der Urwaldfrage zu treffen. Für Greenpeace ist es klar, die letzten Urwälder müssen gerettet werden!
Greenpeace fordert deshalb:
Der Schutz der letzten großen intakten Urwälder der Erde und damit das Überleben der Tiere und Menschen im Wald muss für alle Beteiligten in Politik, Handel und Zivilgesellschaft eine vorrangige Aufgabe sein. Das heißt:
- Motorsägen anhalten: keine industriellen Abholzungen oder andere industrielle Vorhaben in den verbliebenen Urwäldern.
- Maßnahmen: Für alle Urwälder müssen langfristige Schutzkonzepte entwickelt werden. Das bedeutet, weite Teile aus der Nutzung zu nehmen und andere Gebiete ökologisch zu bewirtschaften. Als erster Schritt muss der illegale Holzeinschlag unterbunden werden.
- Moneten: Da dieser Nutzungsverzicht für die betroffenen Länder zunächst zu finanziellen Einbußen führt, müssen vor allem die Industrieländer als Hauptabnehmer von Urwaldholz durch einen internationalen Fonds für Ausgleich sorgen.
Bereits bestehende völkerrechtliche Abkommen wie die Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) müssen umgesetzt und die FSC-Initiative für eine nachhaltige Waldnutzung unterstützt werden.
Das können Sie tun:
- Verzichten Sie auf Produkte aus Urwaldzerstörung. Wählen Sie möglichst heimische Holzprodukte, die das FSC oder das Naturland-Siegel tragen.
- Gehen Sie sparsam mit Papier um und verwenden Sie Recyclingpapier.
- Fordern Sie die Bundesregierung auf, keine Produkte aus Urwaldzerstörung zu importieren und ihre Einkaufspolitik ökologisch auszurichten.
- Fordern Sie Firmen auf, sofort alle illegalen Aktivitäten einzustellen, kein Holz aus Urwaldzerstörung zu kaufen und auf Produkte umzusteigen, die nach ökologischen und sozialen Kriterien zertifiziert sind (zum Beispiel nach Naturland oder FSC).