
Gleich nach unserer Ankunft in der Global Forest Rescue Station ertönten die Warnungen: Pass auf die Mungis auf
, Geh da nicht hin, da sind Mungis
oder auch einfach nur Lukautim Mungi
(Lukautim - Achte auf ...) - eine Veräppelung des Pidgin-Spruchs auf unserem Greenpeace-Banner. Sehr witzig.
Keiner konnte jemals so recht erklären, was Mungi eigentlich sind. Auf Englisch sind es wohl mites, das Wort kannte ich aber nicht, ein Wörterbuch habe ich auch nicht dabei. Also weiter forschen.
Mungi sind klein, so viel scheint erwiesen. Gesehen hat sie noch keiner. Angeblich sitzen sie auf alten Baumstämmen herum, genau wie wir. Ungleich uns krabbeln sie fremden Leuten unter die Wäsche und jucken. Sagt man sich. Und lacht.
Wen's erwischt hat, erkennt man leicht. Viel Kratzen und Jucken - besonders um die Hüfte herum. Wenn man Gerüchten glauben darf, gibt es Mungi-Vorzugsgebiete, der Stamm dort unten am Wasser, der linke Stamm am Feuer, diese Sitzgelegenheit und und und ... Es gibt aber genauso viele Gerüchte über Mungi-freie Baumsitzer und zahllose Attacken anderswo.
Die Kuni erzählen uns von ihren Mungi-Bekämpfungsmethoden - erst der Mungi macht dich zum Mann, wie es scheint. Erstens: Die betroffenen Körperstellen über dem Feuer be- und ausräuchern. Hab ich versucht, sah total lächerlich aus und hat nicht funktioniert. Zweitens: Heißes Wasser mit Seife. War auch nichts.
Die Australier schwören auf ihr Teebaumöl, aber das hat genauso wenig funktioniert. Sag ich. Irgendwann waren die Mungis dann einfach weg. Und alles wurde besser. Was Mungis wirklich sind, weiß ich aber immer noch nicht. Tipps für Nachfolger hab ich auch nicht, eigentlich kann man es nur falsch machen.
(Kleine Anmerkung der Redaktion: Das englische Wort mite bedeutet Milbe. Ob die rätselhaften unangenehmen Winzlinge im Urwald Papua-Neuguineas tatsächlich Milben sind, wissen wir allerdings auch nicht.)