Du bekommst Geld, kaufst dir davon Reis ...
Du bekommst Geld, kaufst dir davon Reis ...

Alle versammeln sich um das Radio, als die Stimme von Sep Salewa schreppelig aus dem alten Kasten kommt. Sep ist einer der Landbesitzer vom Barramundi-Klan des Kuni-Stammes und hilft uns ständig an der Global Forest Rescue Station.
In einem halbstündigen Beitrag des National Karai Radios berichtet er über die Auswirkungen der industriellen Waldwirtschaft auf das Land. Er erzählt vom Protest der Bewohner gegen die Kiunga-Aiambak-Straße und den damit verbundenen illegalen Holzeinschlag durch das Unternehmen Concord-Pacific. Und er warnt andere Landbesitzer vor der Vergabe ihres Landes für schnelles Geld an große Holzkonzerne: Du bekommst Geld, kaufst dir davon Reis, gehst auf's Klo und dann ist alles vorbei.
Sep ist super, die Menschen ums Radio herum freuen sich, seine Stimme zu hören und nicken zustimmend, immer wenn er einen Punkt macht.
Das Programm geht weiter, neben Sep werden noch weitere Schlüsselfiguren des Projektes am Murraysee vorgestellt. Damien vom Center for Environmental Law and Community Rights (CELCOR) gibt den aktuellen Stand des Rechtsstreits gegen die Concord-Pacific wieder und Simon von Barefoot Community Services erzählt von seiner Arbeit mit verschiedenen Dörfern und Klans des Murraysees.
Manche Beiträge sind auf Papua-Pidgin, andere auf Englisch. Immer wieder fällt das Wort Greenpeace, der Moderator nutzt die Pausen, um das ganze Projekt vorzustellen. Ich verstehe nicht alles, die Menschen um mich herum sind aber begeistert.
Nach dem Beitrag freuen sich alle: Im Radio wurde von dieser Region, diesem Wald und dem Murraysee berichtet, ihrer Heimat. Noch heute sind wir durch den Wald gestiefelt, jetzt wurde genau diese Arbeit im Radio beschrieben. Communities nehmen ihr Land in Anspruch und setzen sich für den Erhalt ihres Waldes und ihrer Lebensweise ein.
Es war schön, dies mitzuerleben, so weit draußen im Busch, mit genau den Menschen, die es betrifft. Sie haben uns, Klaas und mir, die Hände geschüttelt und sich bei uns bedankt. Raitpela, tenkyu tru.
- Guter Mann, vielen Dank.
Ein merkwürdiges Gefühl, aber auch inspirierend zu sehen, was diese Arbeit für die Menschen bedeutet.