
Die DR Kongo gehört zu den biologisch vielfältigsten Staaten der Welt. Diese Artenvielfalt ist von globaler Bedeutung. Für den Großteil der dort lebenden Kongolesen ist der Wald jedoch die direkte Grundlage ihres täglichen Überlebens. Er liefert ihnen Nahrung, Medikamente, Energie und vielfältige andere Produkte.
Die Schätze der DR Kongo bestehen jedoch nicht nur in ihrem außerordentlichen Artenreichtum, sondern auch in einer eindrucksvollen Kombination von Bodenschätzen und anderen natürlichen Ressourcen: u.a. Gold, Diamanten, Kupfer, Koltan, Uran, Wasserkraft und Holz. Was das (Spekulanten-)Herz auch begehrt, in der DR Kongo findet man es.
Die DR Kongo ist ein Land der Gegensätze: Sie ist das drittgrößte Land des Kontinents, so groß wie ganz Westeuropa. Ihre Bodenschätze gehören zu den größten Vorkommen der Erde. Trotzdem gehört die DR Kongo zu den zehn ärmsten Ländern der Erde.
Der Reichtum an natürlichen Ressourcen machte die Region schon für die belgischen Kolonialherren attraktiv, und er war auch die treibende Kraft der jahrelangen bewaffneten Auseinandersetzungen nach der Entmachtung des Diktators Mobutu. Dieser riss kurz nach der Erlangung der Unabhängigkeit die Macht an sich und plünderte das Land über 30 Jahre lang skrupellos aus. Um 1996 entwickelten sich die schwelenden Auseinandersetzungen in der Region zu einem Bürgerkrieg, der den politisch bereits angeschlagenen Diktator stürzte. Die nachfolgenden Jahre lang andauernden Kämpfe forderten mehrere Millionen Menschenleben. Erst 2002 konnte ein Friedensschluss zwischen den verschiedenen Parteien erreicht werden, der zunächst zu einer Übergangsregierung und Ende 2006 schließlich zur ersten demokratisch gewählten Regierung der DR Kongo führte.
Dekaden des Missmanagements einer nur auf persönliche Bereicherung ausgelegten Politik und Jahre geprägt durch Krieg und Zerstörung haben die Regierungsstrukturen der DR Kongo fast vollständig zerstört, jedes Minimum staatlicher Ordnung und Stabilität untergraben.
Wie in vielen zentralafrikanischen Ländern grassiert die Korruption. Für viele schlecht und unregelmäßig bezahlte Staatsbeamte ist Bestechlichkeit normale Alltagsrealität. Staatliche Strukturen und Behörden, die für die Durchführung und Kontrolle von Wald- und Naturschutzpolitik zuständig sind, kämpfen mit einem massiven Mangel an erforderlichen Ressourcen: Es fehlt an Mitarbeitern, Qualifikation, Material und natürlich – an Geld. Politik und und private Holzunternehmen sind eng verwoben. In diesem Umfeld von Gesetz- und Straflosigkeit ist zerstörerischer und illegaler Holzeinschlag eine übliche Begleiterscheinung.
Illegaler Holzeinschlag ist nicht nur zerstörerisch, sondern beraubt die afrikanischen Regierungen jedes Jahr um Einnahmen in Millionenhöhe, die sonst für den dringend benötigten Bau von Infrastruktur wie Schulen und Krankenhäusern verwendet werden könnten.