Ein Artikel von Rahel Osterwalder

Erfolg für Urwald in China

Dank einer Kampagne von Greenpeace China konnte ein Gebiet von 896.000 Hektar Urwald unter Schutz gestellt werden. Ende 2011 hatte Greenpeace mit einen Bericht über den Urwaldrückgang auf der Insel Hainan in Südchina großes Aufsehen erregt. In einem Zeitraum von zehn Jahren zerstörte die Holzindustrie dort rund ein Viertel des Urwaldes der zentralen Bergregion. Die so entstandenen Baumplantagen werden heute industriell genutzt.

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Die meisten der Plantagen in Hainan gehören Asia Pulp and Paper (APP), einer der größten Papierfabriken Chinas. Die zertörten Gebiete liegen meist in Naturreservaten, entlang von Flussufern und Wasserreservoiren. Dieses Vorgehen von APP verstößt gegen chinesisches Recht.

Deshalb war das Medienecho auf den von Greenpeace veröffentlichten Bericht gewaltig. Viele Medien berichteten über den Fall. Auch die der chinesischen Regierung nahestehende Zeitung "People's Daily" war mit dabei. Über diese Zeitung konnte später großer Druck auf die lokalen Behörden ausübt werden.

Hainan's Regierung beschließt Plan zum nicht-kommerziellen Urwaldschutz 2010 bis 2020

Nach langem Kampf und harter Lobby-Arbeit hat sich der Aufwand für Greenpeace in China gelohnt. Die Regionalregierung kündigte kürzlich einen Plan zum nicht-kommerziellen Urwaldschutz 2010 bis 2020 an. Dieses Konzept berücksichtigt alle von Greenpeace aufgeführten Gebiete. Die Regierung verspricht darin 896.000 Hektar Urwald bis 2020 zu schützen.

Damit kann der Wald vor weiterer Zerstörung und kommerzieller Nutzung geschützt werden - insbesondere Urwaldgebiete in den zentralen Bergregionen nahe Flüssen und Wasserspeichern. Das sind genau die Regionen, die Greenpeace im Bericht 2011 identifiziert hat.

Greenpeace ist die erste nichtstaatliche Organisation in China, die eigenständig Urwald untersuchte, dessen Daten genau erfasste und die daraus resultierenden Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentierte.

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