
Palmöl gehört nicht in den Tank! Die Heimat der Orang-Utans darf nicht in Stuttgarter Linienbussen verheizt werden
, sagt Ivo Bantel von der Greenpeace Jugend. Seit 2008 läuft das Pilotprojekt der Stuttgarter Straßenbahnen AG, in dem die vier Busse mit Diesel aus 100 Prozent Palmöl fahren. Es wird als Maßnahme für den Klimaschutz dargestellt, aber tatsächlich werden für das Palmöl riesige Urwaldflächen gerodet und gigantische Mengen CO2 freigesetzt. Wir fordern den Stuttgarter Oberbürgermeister auf, sich für Klimaschutz und den Erhalt der letzten Urwälder einzusetzen. Das Pilotprojekt Palmöl-Diesel muss gestoppt werden
, sagt Ivo Bantel.
Hersteller des Palmöl-Diesels ist der finnische Mineralölkonzern Neste Oil. Der Konzern hat eine Raffinerie in Finnland und baut zwei weitere Großanlagen in Rotterdam und Singapur. Wenn alle Anlagen in Betrieb sind, wird Neste Oil mit einem Bedarf von 2,5 Millionen Tonnen der weltweit größte Abnehmer von Palmöl sein. Ein ähnliches Projekt wie in Stuttgart von Neste Oil und einer schwedischen Fährschiff-Gesellschaft konnte 2008 aufgrund öffentlicher Proteste gestoppt werden.
In Indonesien wird jede Minute eine Urwaldfläche so groß wie fünf Fußballfelder zerstört, hauptsächlich für das Anlegen von Plantagen. Besonders dramatisch für das globale Klima ist die Vernichtung der Torfwälder. Diese Wälder mit meterdicken Torfböden speichern große Mengen an Kohlenstoff, der als Kohlendioxid den Klimawandel beschleunigt, wenn die Wälder gerodet und trockengelegt werden. Mit der Urwaldzerstörung geht auch die Heimat von vielen bedrohten Arten wie dem Orang-Utan und dem Sumatra-Tiger verloren.
Alte Buchenwälder gibt es kaum noch in Deutschland. Die meisten stehen in Bayern. Doch dort werden diese wertvollen Wälder eingeschlagen.