Der Pfälzerwald ist mit seinen überdurchschnittlich großen, zusammenhängenden Flächen weitgehend in Landeseigentum. Das Gebiet hat mit einer 2.400 Hektar großen nicht genutzten Kernzone optimale Voraussetzungen für einen künftigen Nationalpark. Im Jahr 2007 hat die Bundesregierung die Nationale Strategie zur
biologischen Vielfalt beschlossen. Damit diese umgesetzt werden kann, müssen zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche verbindlich unter Schutz gestellt werden. Die rheinland-pfälzische Landesregierung wird einem Teil ihrer Verantwortung gerecht, wenn sie plant, einen Nationalpark einzurichten.
Die Landesregierung hat fünf Gebiete in das Auswahlverfahren aufgenommen: Pfälzerwald, Soonwald, Truppenübungsplatz Baumholder sowie zwei Standorte im Hoch- und Idarwald. Eingeschränkt weist auch der Soonwald Nationalpark-Qualitäten auf. Ein über 5.700 Hektar großes Natura 2000-Gebiet könnte hier den Kernbereich eines Nationalparks bilden. Eine weitere, als gut geeignet
eingestufte Teilfläche mit sehr hohem Laubwaldanteil befindet sich im Binger Wald. Stark befahrene Verkehrsstraßen engen das Gebiet jedoch deutlich ein. Die westlich der Autobahntrasse Bingen-Koblenz gelegenen Waldflächen sind laut Gutachten bedingt geeignet
.
Schlechte Voraussetzungen für einen Nationalpark bieten hingegen die Vorschläge der Landesregierung im Hoch- und Idarwald. Hier findet sich ein vergleichsweise hoher Nadelholzanteil. Straßen und Siedlungen zerschneiden die Flächen. Die Ausweisung eines Buchen- bzw. Laubwald-Nationalparks macht auf derart beeinträchtigten Flächen keinen Sinn
, so Kaiser. Ein Nationalpark im Bereich des Truppenübungsplatzes Baumholder wurde wegen der laufenden militärischen Nutzung vom zuständigen Umweltministerium bereits ausgeschlossen. Eine fachliche Begutachtung der Gebiete und der Ausschluss ungeeigneter Flächen wäre im Vorfeld des Regionenwettbewerbs sinnvoll gewesen
, sagt Norbert Panek, Autor des Gutachtens.