
Dazu kommen noch reine Werbemaßnahmen, wie bunte Tierbilder, die großformatig Schulhefte etc. schmücken und die Ware nach Naturprodukt aussehen lassen, aber nichts über die Umweltverträglichkeit aussagen.
Unterstützt wird das Ganze durch Image-Kampagnen der Papier-Industrie, die versuchen Frischfaserpapiere besser und Recyclingpapiere schlechter zu machen, als sie sind.
Viele Papiermarken haben eher einen Umwelt-Teufel verdient!
Das in Deutschland bekannteste Umweltzeichen ist der blaue Umweltengel; der von der Stiftung Umweltzeichen in Übereinstimmung mit dem Umweltbundesamt vergeben wird. Aufgrund seiner Bekanntheit eignet sich der Engel hervorragend als Erkennungszeichen für umweltfreundliches Papier.
Für den Verbraucher ist wichtig, dass Papiere, die den blauen Umweltengel tragen, auf die Einhaltung der zweckentsprechenden DIN-Normen getestet werden und somit gebrauchstauglich sind.
Für die Umwelt ist wichtig, dass der Engel ökologische Standards wie Altpapiergehalt, chlorfreie Bleiche, Einhaltung von Schadstoffgrenzen etc. garantiert.
Holzfrei bedeutet natürlich nicht Holz-frei! Es müsste eigentlich heißen Holzstoff-frei. Holzstoff ist ein Papiergrundstoff, der Papier stärker vergilben läßt, als Zellstoff. Das Wort Holzfrei ist eine Qualitätsbezeichnung für Papier, das nicht so stark vergilbt - und enthält keine ökologische Aussage.

"Kein Zellstoff aus den Tropen"
Dieses Siegel ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist. Die Vernichtung des tropischen Regenwalds ist ein allgemein bekanntes ökologisches Problem, auf das auch die Verbraucher sensibel reagieren. Gegenüber Versicherungen wie tropenwaldfrei sollte man allerdings misstrauisch sein - denn oft wird der tropische Regenwald abgeholzt und eine Plantage aus schnell wachsenden Bäumen (z.B. Eukalyptus) angepflanzt. In der Statistik taucht Holz aus diesen Wäldern als Plantagenholz auf. So findet man in einer industriefreundlichen Studie die Angaben, dass nur 1 Prozent des Zellstoffs aus den Tropen stamme - aber gleichzeitig stammen 29 Prozent aus Plantagen-Wäldern.
Aber selbst wenn Papier wirklich tropenwaldfrei sein sollte, ist es deshalb noch lange nicht umweltfreundlich. Die Urwälder des Nordens (z.B. Kanada, Sibirien) sind ökologisch genauso wertvoll und ebenso gefährdet. Und sie werden größtenteils für Papier kahlgeschlagen.
Andere Umweltzeichen wie der skandinavische Schwan oder die Blume der EU garantieren bezüglich Papier niedrige Schadstoffemissionen und eine Forstwirtschaft, bei der nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als wieder angepflanzt wird. Dies hört sich im ersten Moment gut an, hat aber mehrere Nachteile:
In den 80er Jahren wurde noch die größte Menge des Zellstoffs mit Chlor gebleicht. Seitens der Industrie war z.B. zu hören, chlorfrei gebleichtes Tiefdruckpapier gäbe es nicht. Greenpeace schaffte es 1990 mit dem Plagiat einer Spiegel-Fälschung auf chlorfrei gebleichtem Papier, das Gegenteil zu beweisen.Der Erfolg der Papier-Kampagne: Heute ist chlorfrei gebleichtes Papier Standard. Allerdings ist dies nur ein Teilsieg, denn chlorfreies Papier ist aus folgenden Gründen immer noch ökologisch bedenklich:

Das total-chlor-freie Papier (TCF) muss man davon unterscheiden. Der Papiertechnischen Stiftung zufolge darf der Gehalt an chlororganischen Verbindungen in TCF-Papier nicht mehr als 30 mg/kg betragen (es darf also auch in diesem total-chlorfreien Papier noch eine bestimmte Menge an chlororganischen Verbindungen enthalten sein).
Doch von elf untersuchten so genannten chlorfreien Papierprodukten konnten nur 2 diesen Wert einhalten. Diese gelten dann nicht als TCF-Papiere, sondern als Papiere mit TCF-Qualität.
Die Industrie betreibt also mit dem Slogan chlorfrei einen massiven Schwindel beim Verbraucher.
Darüber hinaus erweckt das Logo, unabhängig von dessen Inhalt, den Eindruck, als erwerbe der Verbraucher ein Produkt, das sich durch bestimmte Eigenschaften als umweltfreundlich auszeichne. Dabei ist es bestenfalls etwas weniger an der Verschmutzung der Gewässer beteiligt - keinesfalls jedoch am Erhalt der Urwälder.
...ist besonders umweltfreundlich. Im Gegensatz zu herkömmlichem Recyclingpapier wird es ohne Deinking und Bleiche hergestellt. Die Farbstoffe im Altpapier werden bei der Herstellung so fein verteilt, dass sie nur als allgemeiner Grauton des Papiers erscheinen. Durch diese Art der Herstellung ist original UWS-Papier in der Ökobilanz jedem anderen Papier überlegen.
Allerdings ist obiges UWS-Papier gewöhnlich nur in gut sortierten Schreibwarenläden, im Bioladen oder beim Großhandel erhältlich. Man erkennt es an den oben stehenden Markenzeichen.