
Greenpeace hat mit seinem Engagement in der regierungsunabhängigen sowie gemeinnützigen Organisation FSC eine Antwort auch darauf gegeben, dass zahlreiche Mogel-Zertifikate auf dem Markt waren und weiterhin sind, welche die VerbraucherInnen über eine nicht existierende Nachhaltigkeit zu täuschen versucht haben. Auch über das PEFC Zeichen wird derzeit Holz aus den letzten europäischen Urwäldern in Finnland auf den deutschen Holz- und Papiermarkt gebracht, weshalb Greenpeace u.a. Gründen dies ablehnt.
Der FSC ist ein außerordentlich erfolgreicher zivilgesellschaftlicher Prozess, der da ansetzt, wo Regierungen versagt haben: Bei derzeit fehlender Kontrolle des Importes illegal und destruktiv geschlagenen Holzes auf die großen Märkte (auch EU) können Regierungen und Unternehmen über die FSC Waldzertifizierung und die FSC-Produktionsketten-Zertifizierung (vom Wald bis zum Endprodukt) ökologisch und sozial, aber auch ökonomisch sinnvoll geerntetes Holz beziehen und damit einen Beitrag zum Urwaldschutz, aber auch zur Förderung der Holzwirtschaft und der WaldbesitzerInnen, leisten.
Wir unterstützen den FSC und seine Bemühungen zum Schutz der Wälder. Der FSC ist jedoch nicht perfekt und Beschwerden und kontinuierliche Verbesserung sind Teil des Systems. Greenpeace begrüßte deshalb im Vorfeld der alle drei Jahre stattfindenden Mitglieder-Vollversammlung grundsätzlich den Report der Rainforest Foundation, da er eine Reihe von Schwächen aufzeigte. Auf der Vollversammlung hat Greenpeace sich dafür eingesetzt, dass die FSC-Mitglieder die Anregungen aufnahmen und der FSC nun seine Arbeit in folgenden Punkten verbessert: Beteiligung lokaler und indigener Bevölkerungsgruppen, Transparenz der Zertifizierungsberichte, Beschwerdeverfahren, einheitliches Verfahren zur Aberkennung nicht glaubwürdiger Waldbewirtschaftung und anderes mehr.
In einigen Punkten stimmt die Analyse der Rainforest Foundation jedoch nicht: Nach Meinung von Greenpeace hat der FSC die Öffentlichkeit nicht getäuscht. Der FSC hatte bereits an vielen der im Report aufgeführten Mängel, so wie beispielsweise die Optimierung des Beschwerdeverfahrens, die Zertifizierung des Handelsweges (Chain of Custody) usw. an Verbesserungen gearbeitet. Der FSC hat auch niemals eine Strategie "des schnellen Wachstums" verfolgt, wie sie ihm im Report vorgeworfen wird. Eher kamen Beschwerden von Unterstützern des FSC, dass die Verfügbarkeit von FSC zertifizierten Produkten nicht ausreicht, um die Verbrauchernachfrage zu treffen.
Greenpeace arbeitet und wird weiterhin konstruktiv an der Verbesserung und Stärkung des FSC Systems mitarbeiten, um mit FSC-Produkten einen sehr wichtigen Beitrag zum Urwaldschutz, zur Förderung kommunaler Waldwirtschaft und zum Erhalt besonders schützenswerter Waldgebiete zu erhalten und auszubauen. Greenpeace wird sich aber auch weiterhin für eine starke ökologische Säule im Rahmen des ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessenausgleichs innerhalb des FSC einsetzen.
Stand Januar 2003