
Die Greenpeacer begleiten und unterstützen die Indigenen während des gesamten Prozesses. Gemeinsam werden Alternativen entwickelt und umgesetzt. Ein wichtiger Schritt in diesem Prozess ist die Identifizierung und Kartierung des Landes.
Die Demarkation ist zum einen die Kenntlichmachung der Grenzen eines Stammesgebiets. Zum anderen kommen die Stammesführer häufig erstmals überhaupt zusammen, um sich formell über die betreffenden Grenzen zu einigen.
Ein Landmarkierungsteam läuft gemeinsam mit den Landbesitzern die Grenzen der Gebiete ab. Das Team nimmt den Verlauf der Grenze mit einem Globalen Positionierungssystem (GPS) auf und markiert sie gleichzeitig mit Schildern. Wenn dieser Grenzpfad komplett ist, werden die Daten auf einer Karte ausgedruckt. Landmarkierung hilft den Gemeinschaften, die Kontrolle über ihr Land, ihr Leben und ihre Zukunft zurückzugewinnen, weil sie die Regierung daran hindert, Landrechte an Einschlagsfirmen zu verkaufen. Erst auf dieser Basis können später kleine Unternehmen, wie etwa Öko-Forstbetriebe, gegründet werden.

Auf der Insel Neuguinea liegt eines der größten noch verbliebenen Urwaldgebiete Südostasiens und Ozeaniens. Ein Teil davon gehört zur Western-Provinz Papua-Neuguineas. Im Herzen der abgeschiedenen Gegend liegt der größte See, der 52 Quadratkilometer große Murraysee. Der See und die umliegenden Wälder von rund einer Million Hektar gehören neun verschiedenen Volksstämmen.
Im Jahr 1995 ebnete der Bau der Kiunga-Aiambak-Straße durch eine große Holzfirma dem Raubbau am Wald den Weg. 2003 begannen die lokalen Gemeinden, sich gemeinsam mit Greenpeace und anderen Umweltorganisationen gegen die illegalen Machenschaften der Firma Concord Pacific, einer Tochterfirma des malaysischen Holzunternehmens Samling, zur Wehr zu setzen. Mit Erfolg: Die Firma musste sich aus dem Gebiet zurückziehen. Zu dieser Zeit hatten die illegalen Einschläge, bereits mehr als 100.000 Hektar Wald zerstört. Die indigenen Landbesitzer kämpfen seitdem vor Gericht um eine Entschädigung für diesen Verlust.
Die Anerkennung der Landrechte und die Kontrolle der indigenen Landbesitzer über ihre Gebiete ist ein elementarer Bestandteil der Verfassung Papua-Neuguineas. 97 Prozent des Staatsterritoriums gehören den indigenen Gemeinden. Auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Bewirtschaftung ihres Landes sind die Indigenen gefordert, sich mit Managementmethoden und Bedarfsanalysen vertraut zu machen.
Anhand ihres Stammbaums identifizieren sie, welches Gebiet ihnen gehört. Unter Teilnahme aller wird ein Landnutzungsplan erarbeitet, dann werden die Gebiete markiert. Das ist die elementare Basis für Gemeinschaftslösungen. Sie erfüllt die internationalen Standards für die Anerkennung indigener Landrechte.

Die Heimat der Deni am Oberlauf des Amazonas ist akut bedroht, da ausländische Holzkonzerne dort riesige Waldflächen aufgekauft haben. Im August 2001 haben die Deni mit Hilfe von Greenpeace begonnen, alle Landflächen in ihrem Besitz zu demarkieren. Nur die vollständige Kennzeichnung dieser Flächen garantiert die Anerkennung ihrer Rechte und ermöglicht den Erhalt ihrer angestammten Heimat.
Ein anderes Projekt zur Förderung des nachhaltigen Umgangs mit dem Urwald hat Greenpeace auf den pazifischen Solomonen durchgeführt: In einer vergleichenden Studie konnte Greenpeace zusammen mit Wirtschaftsexperten belegen, dass die kurzfristig so verlockend erscheinenden Angebote internationaler industrieller Holzkonzerne langfristig regelmäßig zur wirtschaftlichen und sozialen Verelendung der indigenen Bevölkerung auf den Solomonen und zur Verwüstung ihrer einst ertragreichen Gebiete führen.
Wie aus dem Vergleich in der Studie hervorgeht, ist auch in dieser Region der ökologische Umgang mit der Ressource Urwald und dessen Bewirtschaftung in kleinen Betrieben die einzige langfristig verträgliche Alternative für die Einheimischen und reduziert das Auftreten von Korruption.