
Der FSC ist eine unabhängige, nicht staatliche Dachorganisation mit über 500 stimmberechtigten Mitgliedern und wurde 1993 in Toronto gegründet. Das Ziel des FSC besteht in der weltweiten Förderung einer umweltgerechten und sozial verträglichen Bewirtschaftung der Wälder.
Dies will er dadurch erreichen, dass sich Waldbetriebe, die nach ökologisch- und sozial verträglichen Kriterien wirtschaften, durch unabhängige Prüfer (Zertifizierer) freiwillig kontrollieren lassen. Sie können sich ihre gute Waldwirtschaft dann durch das Gütesiegel des FSC(Zertifikat) bescheinigen lassen.
Die gute Waldwirtschaft wird an verschiedenen Prinzipien und Kriterien gemessen. Der FSC hat dafür zehn international verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Waldwirtschaft entwickelt. Diese müssen bei der Bewirtschaftung der Wälder berücksichtigt werden. Ob die Waldbetriebe die Prinzipien und Kriterien einhalten, wird von den unabhängigen Prüfern, den Zertifizierern, kontrolliert.
Der FSC wiederum prüft die unabhängigen Kontrolleure (Zertifizierer) und stellt sicher, dass sie den Anforderungen und Richtlinien des FSC genügen. Ist dies der Fall, so erkennt der FSC die Zertfizierer an (Akkreditierung). Die Zertifizierer dürfen dann die Waldbetriebe kontrollieren und den Waldbetrieben bei Einhaltung der Richtlinien das FSC Siegel ausstellen. Derzeit sind elf unabhängige Firmen und Organisationen beim FSC für die Überprüfung der Waldbetriebe als Zertifizierer zugelassen. Zu diesen Zertifizierern gehört auch der Naturland-Verband.
Alle drei Bereiche, Ökologie, Soziales und Wirtschaftlichkeit sind beim FSC gleich wichtig. Die Gleichberechtigung der drei Bereiche wird auch in der Organisation des FSC deutlich. Der FSC besteht aus drei Kammern, die bei Entscheidungen alle die gleiche Stimmenzahl bekommen. So kann keine der Kammern eine andere überstimmen. Die Richtlinien des FSC sind im Übrigen sowohl von Umwelt- als auch von Sozialorganisationen anerkannt.
Der FSC International regt die Gründung von nationalen FSC-Arbeitsgruppen an. Diese passen die zehn international gültigen Prinzipien und Kriterien des FSC an nationale bzw. regionale Verhältnisse an und entwickeln so genannte Nationale Standards. Die Nationalen Standards müssen vom FSC International anerkannt werden. Nach der Anerkennung sind die Nationalen Standards bindend für alle FSC-Zertifizierungen in diesem Land.
In zwölf Ländern wurden nationale FSC-Initiativen eingerichtet (Belgien, Bolivien, Brasilien, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Niederlande, Papua Neu Guinea, Schweden, Schweiz, USA), davon fünf anerkannte FSC-Arbeitsgruppen (Belgien, Bolivien, Großbritannien, Schweden, Schweiz, USA).
Am 1.Oktober 1997 wurde die FSC-Arbeitsgruppe Deutschland gegründet. Über 50 Organisationen und Einzelpersonen erarbeiteten bis zum Sommer 98 Standards für eine gute Waldbewirtschaftung in Deutschland. Am 13.4.99 ist in Bingen die zweite Fassung deutscher FSC Standards einstimmig verabschiedet worden.
Die deutschen Standards sind am 10. Februar 2000 vom FSC International als deutsche Standards anerkannt worden. Der FSC stellte jedoch einige Vorbedingungen für die Bestätigung der deutschen FSC Standards. Die überarbeitete Fassung der Richtlinien wurde von der FSC Arbeitsgruppe am 1. Oktober 2001 beim FSC International eingereicht.
Die deutschen Standards einzuhalten, dass heißt beispielsweise, Kahlschläge grundsätzlich zu unterlassen, keine Biozide einzusetzen und abgestorbene Bäume im Wald zu belassen. Die Arbeitsbedingungen müssen sozial verträglich gestaltet werden. Das Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt und kann an regelmäßigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Die Bewirtschaftung des Waldes soll effizienter gestaltet werden, die Qualität des erzeugten Holzes soll gesteigert werden.
Der FSC wurde 1993 in Toronto von Vertretern von Umweltinstitutionen, der Holzindustrie, Forstwirten, Organisationen indigener Völker, waldnutzenden Gemeinden und Zertifizierungsorganisationen für Waldprodukte aus 25 Ländern gegründet. Der Hauptgeschäftssitz befindet sich in Oaxaca, Mexiko. Organisationen und Einzelpersonen können Mitglied werden. Die neuen Mitglieder werden entsprechend ihrer Hauptinteressen einer der drei gleichberechtigten Kammern zugeordnet (Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskammer).
Die Mitglieder des FSC vertreten zu jeweils einem Drittel die sozialen, ökologischen und ökonomischen Interessengruppen. Der FSC-Vorstand besteht zur Zeit aus neun Vorstandsdirektoren, die sich in regelmäßigen Abständen treffen. Drei Vorstandsmitglieder werden jährlich neu von den stimmberechtigten Mitgliedern gewählt. Um einen gerechten Ausgleich der Interessen zwischen Organisationen aus Ländern des Südens und des Nordens zu gewährleisten, setzen sich die Kammern und der Vorstand gleichermaßen aus Repräsentanten beider Hemisphären zusammen.
Neue Bewerber müssen zwei Referenzschreiben von zwei FSC-Mitgliedern sowie Dokumente zum Status der Organisation, beispielsweise ihrer Gemeinnützigkeit, beilegen. Der Antrag auf Mitgliedschaft wird vom Vorstand geprüft. Sobald die Mitgliedschaft bestätigt ist, darf das neue Mitglied an allen FSC-Wahlen teilnehmen.
Der FSC finanziert sich durch Spenden von wohltätigen Vereinen, Regierungen und einzelnen Personen, durch Akkreditierungs-Beiträge und jährlich anfallende Gebühren der Mitglieder. Um seine Unabhängigkeit zu wahren, nimmt der FSC keine Gelder von der Industrie an.
Die Prinzipien und Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC)
Greenpeace ist vom Prinzip der ökologischen Waldnutzung überzeugt: Im Amazonas hat Greenpeace der Firma Precious Woods geholfen, ihren Betrieb an den Prinzipien und Kriterien des FSC auszurichten. Auf den Solomon Islands hat Greenpeace zusammen mit der Dorfbevölkerung ein Konzept zur nachhaltigen Nutzung der dortigen Wälder erarbeitet.
Das Modell der ökologischen Waldnutzung hat seit der Gründung des FSC international Schule gemacht. Über 23 Millionen Hektar Wald (230.000 Quadratkilometer) in fast 50 Ländern sind inzwischen FSC-zertifiziert. Ob im Amazonas oder auf den Solomon Island: In der ganzen Welt gibt es inzwischen FSC zertifizierte Wälder und Betriebe. FSC Produkte gibt es bei vielen Händlern zu kaufen. Ob Gartenmöbel, Fensterrahmen oder Haarbürsten - heute muss keiner mehr Produkte kaufen, die aus zerstörerischer Waldnutzung stammen. Auch ihr Beitrag ist wichtig: Fragen Sie beim Kauf von Holzprodukten nach dem FSC Siegel!
Seitdem die rasante Waldvernichtung durch Kahlschlag und Brandrodung auch in der Öffentlichkeit bekannt wurde, nahm der Druck zu, Holz naturverträglicher zu gewinnen. Die Nachfrage der Verbraucher hat zu einem verstärkten Handel mit zertifizierten Holzprodukten geführt. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Zertifikaten.
Allerdings sind die meisten Zertifikate unglaubwürdig, da sie von der Forst- und Holzwirtschaft selber vergeben werden. Ein solches Industriezertifikat ist der PEFC (Pan European Forest Certification). Greenpeace Finnland hat in der Studie Anything Goes? über 50 Fälle zerstörerischer Waldnutzung unter dem Deckmantel der PEFC Zertifizerung nachgewiesen.
Nicht an jedem Siegel lässt sich also erkennen, ob sich wirklich nachhaltig-ökologische und soziale Bewirtschaftungs-Methoden dahinter verbergen. Das FSC-Siegel ist derzeit das einzige glaubwürdige internationale Siegel.
Alte Buchenwälder gibt es kaum noch in Deutschland. Die meisten stehen in Bayern. Doch dort werden diese wertvollen Wälder eingeschlagen.