
Das Bergwaldprojekt organisiert seit 1987 freiwillige ökologische Arbeitseinsätze im und für den Wald. Ins Leben gerufen wurde es von Wolfgang Lohbeck, Greenpeace Deutschland, und dem Schweizer Förster Renato Ruf. Aus ihrer gemeinsamen Arbeit entwickelte sich ein europaweites Netzwerk aus Waldschützern. Die enge Zusammenarbeit mit Nachbarländern wie Österreich und Schweiz ist unumgänglich, da gerade die Bergwälder besonders bedroht und pflegebedürftig sind.
Hohe Schadstoffmengen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft machen den Wäldern weltweit zu schaffen. Im europäischen Raum haben es Eichen, Buchen und Fichten besonders schwer. Übersäuerte Böden, hohe Wildbestände und Monokulturen gefährden die Entwicklung der Pflanzen und führen zum Waldsterben. Dazu kommt, dass es immer wärmer wird und die einheimischen Pflanzen dieser klimatischen Veränderung nicht gewachsen sind.
Um dagegen vorzugehen, nimmt das BWP (Bergwaldprojekt) jedes Jahr zwischen Februar und Dezember selbst Schaufel und Spaten in die Hand. Wenn der Verein zu einem Arbeitseinsatz ausrückt, geht es darum, neue Bäume zu pflanzen, Erosionsverbauungen vorzunehmen und bereits bestehende Pflanzen und Biotope zu pflegen. Bäche und Moore werden renaturiert und damit wieder zu funktionsfähigen Biotopen gemacht.
Typische Einsatzorte sind Schutzwälder und -gebiete wie zum Beispiel Nationalparks, aber auch naturnahe Wälder und Biotope. Vom nördlichen Amrum bis hin zum Ettal ganz im Süden Deutschlands orten die Waldschützer Problemzonen und arbeiten daran, sie zu beheben.
Der Einsatz hat sich gelohnt. Über eine Million standortheimische Bäume wurden in den letzten 30 Jahren gepflanzt, mehrere Tausend Hektar Wald naturnah gepflegt und viele hundert Kilometer Steige mit Handarbeit gebaut. Biotope und Moore sind enstanden, die nun wieder seltenen Tierarten eine Heimat bieten. Ohne die Hilfe der Freiwilligen wäre das nicht zu schaffen gewesen.
Im deutschen Bergwaldprojekt gehören 25 ehrenamtliche Mitglieder zum festen Bestand. Neben ihnen schließt sich eine große Zahl Freiwilliger der Mission Waldrettung an. Jährlich beteiligen sich bis zu tausend Menschen an den Aktionen, die an 25 verschiedenen Standorten in Deutschland und vielen weiteren in Europa stattfinden.
Doch vieles muss noch geschehen, um das immer noch fortschreitende Waldsterben aufzuhalten. Jedes Jahr gehen weltweit 13 Millionen Hektar Wald verloren - so viel wie 36 Fußballfelder pro Minute. Dazu kommt, dass weniger als die Häfte der verbliebenen Wälder noch intakt ist. Der stetig wachsende Nahrungsbedarf der Menschen fordert seinen Tribut. Wälder werden zerschnitten oder abgeholzt. Die Urwaldzerstörung durch die Palmölindustrie ist eine der größten Tragödien der heutigen Zeit. Riesige Flächen des kostbaren Regenwalds in Indonesien weichen jährlich den Ölpalmen-Monokulturen. Damit werden Unmengen CO2 freigesetzt und viele dort heimische Tiere, wie der Orang-Utan, erbarmungslos getötet.
Im europäischen Raum helfen Vereine wie das Bergwaldprojekt, die Umwelt wieder lebensfreundlicher zu machen und die Entfremdung zur Natur aufzuhalten. Mit Veranstaltungen des BWPs wie der Waldschule lernen Kinder, den Wald zu lieben und zu fühlen, dass er auch sie etwas angeht. Aber auch alle anderen Altersgruppen können beim BWP ihren Beitrag leisten. Im Frühjar, Sommer, Herbst und Winter bietet die Organisation die Möglichkeit, bei den Arbeitseinsätzen mitzumachen. Damit kann jeder, der sich rechtzeitig anmeldet, dafür sorgen, dass der Wald wieder etwas zu lachen hat.

Tatsächlich verändert diese Ankündigung nichts für den indonesischen Regenwald und schützt auch keinen einzigen Orang-Utan. Denn Nestlé wird nur die direkten Verträge kündigen. Die gab es sowieso nur zwischen Sinar Mas und Nestlé Indonesien. Hier in Europa kommt das Sinar Mas-Palmöl über Zwischenhändler wie Cargill in die Nestlé-Fabriken. Greenpeace fordert weiterhin von Nestlé, dass sie kein Sinar Mas-Palmöl mehr für ihre Produkte verwenden, also auch ihre indirekten Verträge kündigen.
Auch der Verweis auf die Zertifizierungsorganisation RSPO (Round Table on Sustainable Palm Oil) schützt den Lebensraum der Orang-Utans nicht. Der RSPO ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, um die Produktion von Palmöl nachhaltig zu gestalten. Allerdings tun diese Unternehmen nicht genug, um die Urwaldzerstörung in Indonesien zu stoppen. Die Kriterien des RSPO sind zu schwach und enthalten keinen Schutz der Torfböden und keine Anforderungen zur Einsparung von Treibhausgasen.
Nicht einmal diese schwachen Kriterien werden in der Praxis eingehalten. Schon die erste Lieferung von RSPO-zertifiziertem Palmöl im November 2008 hat sich als Marketinginstrument der Palmölindustrie erwiesen. Greenpeace-Recherchen haben ergeben, dass die Firma United Plantations in Landkonflikte verwickelt ist und in Orang-Utan-Gebieten sowie innerhalb geschützter Seengebiete Plantagen angelegt hat.
Auch die zu Sinar Mas gehörende Firma PT Smart ist Mitglied im RSPO und gleichzeitig weiterhin in illegale Aktivitäten und Zerstörung wertvoller Torfwälder involviert. Der RSPO existiert seit 2005, dennoch konnte die rasante Abholzung der wertvollen indonesischen Wälder nicht gestoppt werden. Es ist unverantwortlich, sich beim Thema Urwaldzerstörung auf den RSPO als Lösung zu verlassen.
Das Wichtigste, was jetzt in Indonesien passieren muss, ist ein gesetzlich verankerter Stopp auf die weitere Vernichtung der Urwälder für Plantagen. Dafür müssen sich Nestlé und auch der RSPO einsetzen. Sinar Mas als größter Palmölproduzent in Indonesien blockiert seit Jahren solch ein Moratorium. Auch aus Jakarta kommt kein Fortschritt für den Urwaldschutz - allzu eng ist Sinar Mas mit der indonesischen Regierung verflochten.
Einzige Lösung: Die Firmengruppe Sinar Mas muss jetzt ökonomisch, also durch Vertragskündigungen gezwungen werden, ihre Blockade endlich aufzugeben. Nestlé könnte einen wichtigen Beitrag leisten, tut es aber noch nicht.
(Autorin: Corinna Hölzel)