
Die von den Aktivisten erhobenen Daten werden derzeit ausgewertet und in Karten überführt. Mit dem Ende der Kartierung veröffentlicht Greenpeace heute außerdem eine Forsa-Umfrage. Diese belegt, dass sich die Mehrheit niedersächsischen Bevölkerung einen besseren Waldschutz wünscht: 73 Prozent der Befragten sagen, dass die Landesregierung den Anteil geschützter Waldflächen auf zehn Prozent erhöhen sollte. Die Landesregierung handelt gegen die Interessen der niedersächsischen Bürger und kommt ihren Verpflichtungen zum Schutz von zehn Prozent der öffentlichen Wälder nicht nach
, sagt Greenpeace Sprecher Martin Hofstetter.
Bei der im Oktober 2012 durch das Forsa-Institut durchgeführten Umfrage sind kanpp über 1000 Personen in Niedersachsen nach ihrer Meinung zum Schutz der Wälder befragt worden. Eine große Mehrheit der Niedersachsen (70 Prozent) spricht sich dafür aus, dass mehr Försterinnen und Förster eingestellt werden sollten, statt weiterhin am Personal zu sparen. In Niedersachsen wurde die Mitarbeiterzahl der Landesforstbehörde seit dem Jahr 2005 um circa ein Viertel reduziert und die Förstereien vergrößert. Für einen zweiten Waldnationalpark in Niedersachsen, neben dem Harz, sprechen sich 55 Prozent aus, 35 Prozent lehnen diese Forderung ab. Derzeit werden die öffentlichen Wälder intensiv bewirtschaftet. Die Gewinne fließen in die niedersächsische Landeskasse. 73 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung sind der Ansicht, dass Karten mit Informationen über Alter und Zusammensetzung der Wälder grundsätzlich veröffentlicht werden sollten.
Mit ihrer Kartierung im Göttinger Stadtwald unterstützten die Greenpeace Aktivisten den Forstbetrieb des Stadtwalds bei der Erhebung zusätzlicher Daten für eine Sonderinventur. Hierbei wurde der Holzvorrat auf bewirtschafteten und unbewirtschafteten Flächen verglichen. Auch wurden Biotopbäume vermessen. Diese sind besonders wichtig für den Naturschutz, weil sie vielen vom Aussterben bedrohten Tieren als Lebensraum dienen. Der Göttinger Stadtwald wird seit 1995 nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet, an deren Entwicklung Greenpeace beteiligt war. Im Solling haben die Aktivisten eigene Untersuchungen angestrengt, da die niedersächsischen Landesforsten bislang keine Karten und Daten über Standorte und Zustand der Buchenwaldbestände in Niedersachsen herausgeben haben. Dagegen hat Greenpeace vor dem Verwaltungsgericht in Braunschweig Klage eingereicht.
Bereits im vergangenen Winter war Greenpeace mit einem sechswöchigen Camp im bayerischen Spessart aktiv. Damals haben Greenpeace-Aktivisten rund 20.000 Laubbäumen erfasst und aus den Daten Karten und Grafiken erstellt. Die ganze Geschichte können Sie im Onlinemagazin "Die Vermessung des Waldes" nachlesen.