
Greenpeace sieht in dem Übereinkommen einen historischen Sieg der Bevölkerung ganz Argentiniens
, so Geschäftsführer Martín Prieto. Die Rettung des Reservats ist ein ganz wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Rettung unserer Urwälder. Aber es bleibt noch viel zu tun, denn außerhalb des neuen Nationalparks gehen die Abholzungen weiter.
Leider ist es Greenpeace nicht gelungen, die ganzen 25.000 Hektar des ursprünglichen Reservats unter Schutz zu stellen. Allerdings wurde vereinbart, den Nationalpark um weitere Flächen zu erweitern. Die Vereinbarung ist nicht ganz so, wie wir sie uns gewünscht hätten
, sagt Juan Casavelos, der Waldexperte von Greenpeace Argentinien. Aber es werden Tausende Hektar Wald geschützt und die Wichis dürfen bleiben, wo sie sind. Das Land ihrer Ahnen, von dem sie leben, wird endlich ihnen gehören.
Die Greenpeace-Jaguare - Motocross-Fahrer in Jaguar-Kostümen -, die in dem Gebiet Bulldozer aufgespürt und aufgehalten haben, konnten am Samstag zufrieden abziehen. Zum Abschied wurden die künftigen Grenzen des Schutzgebiets schon mal symbolisch mit einem Zaun von Kinderbildern umgeben. 7000 Kinder hatten ihrem Wunsch nach dem Schutz des Waldes künstlerisch Ausdruck verliehen.

Im Norden Argentiniens werden seit Jahren die Urwälder abgeholzt, um dort Anbauflächen für überwiegend genmanipulierte Soja zu schaffen. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich die Anbaufläche von Soja in Argentinien nahezu verdoppelt, zu einem großen Teil auf Kosten von Wäldern. Allein in diesem Jahr wurde Wald auf einer Fläche von fast 150.000 Fußballfeldern vernichtet. Greenpeace verlangt von der Regierung Kirchner ein Moratorium der Abholzungen für mindestens zwei Jahre. In dieser Zeit soll ein Plan zum Schutz der letzten Urwälder erarbeitet und anschließend umgesetzt werden.
Greenpeace hat seit 20 Monaten die Bevölkerung für die Urwälder von General Pizarro mobilisiert. Damals hatte die Provinzregierung von Salta das Reservat an Investoren verkauft, die dort Soja anbauen wollten. Den Durchbruch für den Schutz des Gebiets brachte ein Besuch beim Präsidenten Argentiniens, Néstor Kirchner, vor zwei Wochen. Präsident Kirchner empfing tatsächlich eine Delegation aus Prominenten, Wichi-Indianern und Greenpeace. Dort sagte er zu, sich um den Schutz des Reservats zu kümmern.
Alte Buchenwälder gibt es kaum noch in Deutschland. Die meisten stehen in Bayern. Doch dort werden diese wertvollen Wälder eingeschlagen.