Wir brauchen das Land, um überleben zu können
, sagte Kubuvi Deni, einer der Stammesführer. Wir müssen jagen und fischen, um etwas zu essen zu haben. Dafür benötigen wir unser gesamtes Land.
1985 entschlossen sich die Deni, ihr Land vor unkontrolliertem Raubbau und Brandrodung zu schützen. Die staatlichen Auflagen zur Grenzmarkierung sind in Brasilien jedoch sehr streng: von Land, Wasser und aus der Luft müssen die Grenzen eindeutig zu erkennen sein. Nur dann wird der Besitzanspruch der Deni anerkannt. Nach 18 Jahren sind die Grenzen des 15.000 Quadratkilometer großen Deni-Territoriums nun markiert und erfasst.
Der Kampf der Deni ist ein Beispiel für die Entschlossenheit indigener Völker, ihren Lebensraum gegen industrielle Interessen und Umweltzerstörung zu verteidigen
, sagt Thomas Henningsen, Wald-Experte von Greenpeace Deutschland: Der Schutz des Gebietes ist auch ein großer Erfolg für alle, die weltweit gegen die zunehmende Zerstörung der letzten Urwälder kämpfen
.
Was die Deni damals nicht wussten: Ein Teil ihres Landes war hinter ihrem Rücken von privater Hand verkauft worden. 1999 recherchierte Greenpeace zudem, dass der malaysische Holzgigant WTK beabsichtigte, 3130 Quadratkilometer Wald im Amazonas zu erwerben, um dort Bauholz zu produzieren. Die Hälfte des zum Verkauf stehenden Landes befand sich im Deni-Territorium.
Zum Schutz ihres Landes baten die Deni Greenpeace um Unterstützung. Greenpeace startete eine Kampagne gegen die Übersee-Geschäfte von WTK. Der malaysische Holzkonzern trat schließlich öffentlich von seinen geplanten Investitionen im Amazonas zurück.
Zusätzlich begann vor vier Jahren ein internationales Greenpeace-Team, auch mit deutscher Teilnahme, damit, die Deni bei der beschwerlichen Markierung ihres Landes zu unterstützen. Gemeinsam wurde ein Grenzstreifen von 53 Kilometern Länge durch den dichten Dschungel geschlagen. Außerdem wurden 218 Kilometer entlang der angrenzenden Flussufer markiert. Auf diesem Streifen stehen jetzt Schilder: Betreten verboten - Deni Land
.
Mit der Markierung ihres Landes haben die Deni nicht nur die offizielle Anerkennung ihrer Landesgrenzen erreicht, sondern auch das Recht, Eindringlinge zu vertreiben - egal ob diese es auf Holz, Öl oder Gold abgesehen haben. Das unveräußerliche Recht der Deni am Wald steht jetzt unter dem Schutz des Bundesstaates und kann gerichtlich eingefordert werden.
Satellitenbilder vom brasilianischen Amazonas belegen die zunehmende Abholzung in weiten Teilen des Waldes. Zwischen August 2001 und August 2002 wurden etwa 25.500 Quadratkilometer Regenwald zerstört - 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt ist eine Waldfläche von der Größe Belgiens verschwunden.