
Diese alten Bäume sind wichtig, da sie vielen geschützten Tieren einen Lebensraum bieten. Bayern verstößt durch die Fällung dieser Bäume voraussichtlich gegen europäisches und deutsches Naturschutzrecht.Greenpeace prüft deshalb rechtliche Schritte gegen die bayerische Landesregierung. Es ist unverantwortlich: Bayern lässt den Lebensraum seltener Tiere vernichten, statt ihn zu schützen. Horst Seehofer (CSU) muss sicherstellen, dass der Vorstand seiner Forstbetriebe Naturschutzrecht einhält
, sagt Luis Scheuermann, Waldexperte bei Greenpeace.
Die Höhlen von Biotopbäume bieten Lebensraum für zahlreiche geschützte Tiere. Hier finden beispielsweise der heimische Schwarzspecht und seltene Fledermausarten ihr Zuhause. Die gefällten Biotopbäume befinden sich in der Abteilung Finkendelle im Forstbetrieb Rothenbuch, einem ausgewiesenen FFH- und europäischen Vogelschutzgebiet. Auch das Waldstück, in dem die Umweltschützer die Bäume markieren, gilt als europäisches Naturschutzgebiet (Natura2000).
Bereits letzte Woche hat Greenpeace eine ähnliche Aktion in einem anderen Waldgebiet nahe Aschaffenburg zum Schutz der alten Buchenwälder gestartet: Greenpeace-Aktivisten übermalten am Donnerstag nahe Aschaffenburg Markierungen auf alten Bäumen, die gefällt werden sollen und tupften die runden Markierungen auch auf bisher nicht markierte Bäume.
Im Frühjahr sowie im Herbst dieses Jahres kartierten Greenpeace Aktivisten im Spessart zahlreiche Wälder, um die von Bayern geheim gehaltenen Daten selbst zu erheben. Das Onlinepaper zeigt diese Kartierung und auch die Besonderheit des Spessarts in beeindruckenden Bildern.
Auch in Niedersachsen hat die unabhängige Umweltschutzorganisation eine Vermessung alter Buchenwälder gestartet. Hier sind die Umweltschützer seit einer Woche im Göttinger Stadtwald und im Solling aktiv.
Bürger können eine symbolische Patenschaft für die von Greenpeace kartierten Buchen übernehmen: www.greenpeace.de/baumpate