Statt Milliarden an Subventionen in umweltschädliche Projekte im Verkehrs- oder Landwirtschaftsbereich zu pumpen, solle die Bundesregierung auf der UN-Konferenz eine Vorreiter-Funktion übernehmen, Das verlangen die Umweltorganisationen, darunter auch Greenpeace. Derzeit werden weltweit rund acht Milliarden Dollar pro Jahr für den Erhalt von Schutzgebieten aufgewendet, sieben Milliarden davon in Industrieländern. Nötig wären aber nach Berechnungen von Wissenschaftlern der Universität Cambridge 25 Milliarden Dollar.
Die Umweltorganisationen hoffen, durch eine einseitige Vorleistung der Bundesregierung auch andere reiche Staaten in Zugzwang zu bringen. Die USA, Japan und andere Länder der EU müssten dem Beispiel folgen und ihre Beiträge an die Globale Umweltfazilität (GEF) ebenfalls stark erhöhen. Mit dem Geld der GEF werden die Beschlüsse des UN-Gipfels umgesetzt.
Ein Netzwerk von Schutzgebieten ist nicht nur entscheidend für den Erhalt der Artenvielfalt. Hochwasserschutz, Bergwaldschutz, Lawinenschutz und Trinkwasserschutz sind kostenlose Leistungen von Naturschutzgebieten. Nach Studien des CIFOR (Center for International Forestry Research, Indonesien) hat der Verlust an Ökosystemen auch direkt Armut und Verelendung zur Folge. Naturschutz ist eine Methode der Armutsbekämpfung und zwar eine dauerhafte
, sagt Greenpeace Sprecherin Carmen Ulmen.
Den Industrieländern kommt besondere Verantwortung zu, weil die Vernichtung der Naturschätze häufig in ihrem Namen geschieht. Aus den Urwäldern Kanadas und Skandinaviens kommt Papier. Das Holz der Urwälder Afrikas wird bei uns zu Fensterrahmen verarbeitet. Und aus Indonesien und Malaysia beziehen wir Gartenmöbel
, sagt Greenpeace Waldexperte Martin Kaiser. (hol)
Gemeinsame Resolution von 13 NGOs: "Bundesregierung muss Einrichtung von Schutzgebieten für Urwälder und Meere politisch und finanziell unterstützen" (PDF, 161 kb).