Der Orang-Utan ist der sanfteste und bedächtigste unter den Menschenaffen und lebt nur noch in einigen Regenwaldflecken im Norden Sumatras und auf Borneo. Hier klettert er von Baumkrone zu Baumkrone und erntet Nüsse und Früchte, über deren Reifezustand und Vorkommen im Revier und er jederzeit im Bilde ist.
Orang heißt auf Malaiisch Mensch, Utan Wald, und wirklich ist der Waldmensch dem Menschen so ähnlich, dass er als Haustier aufgezogen wird und sogar tadellose Tischmanieren erlernt. Das Geschäft mit Orang-Utan-Babys blüht, obwohl die Händler die Mütter töten müssen, um an das festgeklammerte Jungtier zu kommen.
Umweltorganisationen versuchen, beschlagnahmte Hausaffen und solche, die ihre Mütter bei Bränden oder Holzeinschlag verloren haben, auf ein Leben im Urwald vorzubereiten. Orang-Utan-Auffangstationen sind inzwischen beliebte Touristenziele, die der Bevölkerung den Wert der Tiere vorführen und schon viele Besucher zum Urwaldschutz bekehrt haben. Bilder von Affenbabys, die in der Urwaldschule an Seilen klettern lernen, gingen um die Welt.
Doch trotz Schulung werden sich die meisten Orang-Utan-Waisen niemals allein im Urwald versorgen können, obwohl dort Verstärkung dringend nötig wäre: Im vergangenen Jahrzehnt schrumpfte der frei lebende Bestand um die Hälfte, nur noch etwa 20.000 Waldmenschen hangeln sich heute durch die letzten Regenwälder Indonesiens.