
Die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (UNCSD) wird kurz Rio+20 genannt, denn sie steht in der Tradition eines UN-Gipfeltreffens, das vor 20 Jahren am gleichen Ort stattfand.
Damals, 1992, befand sich die Welt in Aufbruchstimmung. Der Kalte Krieg zwischen Ost und West war friedlich zu Ende gegangen. Nach fast 50 Jahren des Wettrüstens von Ideologien und Waffen waren die Gedanken und Gelder endlich frei für Herausforderungen, vor denen die Menschheit als Ganzes stand: die Versorgung einer ständig wachsenden Weltbevölkerung und die Eindämmung der zunehmenden Umweltzerstörung.

Erstmals räumten die Regierungschefs von 172 Staaten ein, dass es so nicht weitergehen kann. In der Agenda 21 postulierten sie eine nachhaltige Entwicklung
als ihr gemeinsames Ziel. Sie sollte den Bedürfnissen der heutigen Generation entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden
.

Entscheidend dafür: Als größte Nutzer und Verschmutzer der Umwelt bekannten sich die Industriestaaten zu ihrer besonderen Verantwortung. Konventionen, die den Klimawandel, den Artenschwund und die Ausbreitung der Wüsten stoppen sollen, wurden auf den Weg gebracht und den Entwicklungsländern Unterstützung zugesichert.

Doch die großen Hoffnungen wurden bald enttäuscht. Denn es fehlten konkrete Ziele, klare Fristen und verbindliche Zusagen. Und so wurde bis heute kaum ein Ziel erreicht, kaum ein Versprechen gehalten. 20 Jahre später reist Angela Merkel nicht einmal persönlich zum Erdgipfel, sondern schickt stattdessen ihren Umwelt- und ihren Entwicklungshilfeminister. Sie wollen mit den Vertretern der anderen Staaten über das Leitthema einer Grünen Ökonomie diskutieren. Was das genau sein soll, ist unklar und politisch hoch umstritten. Der alternative Gipfel der Völker kritisiert eine mögliche Vermarktung von Naturressourcen und fordert stattdessen eine radikale Abkehr vom Dogma des Wirtschaftswachstums.
Unsere Grafiken zeigen, wie sich die Welt seit der Rio-Konferenz 1992 verändert hat.
(Text und Infografiken aus dem Greenpeace Magazin 4/2012, das bundesweit im Handel erhältlich ist. Quellen für die Infografiken: UNEP, FAO, Weltbank)