Greenpeace-Aktivisten haben oft Prügel einstecken müssen. Doch trotzdem hat sich Greenpeace nie von dem Prinzip der Gewaltlosigkeit verabschiedet. Die Organisation würde sich durch Übergriffe auf Polizisten oder ähnliche Ausschreitungen ins Unrecht setzen. Die Gewaltlosigkeit ist die einzige Art des zivilen Ungehorsams, die die Lebensgefahr für Umweltschützer und Gegner verhindert. Greenpeace versucht, den Gegnern mit den besseren Argumenten, mit Ausdauer, Witz und Fantasie beizukommen.
Als Organisation, die sich intensiv mit Bedrohungen und Chancen der Globalisierung befasst, missbilligt Greenpeace die Gewaltanwendung, die viele internationale Konferenzen begleitet. Die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft hat viel zum rücksichtslosen Umgang mit der Natur beigetragen. Es muss aus allen Konflikten einen Weg ohne Gewalt geben.
Die Gewaltanwendung einer Minderheit verdeckt die friedlichen und konstruktiven Botschaften einer riesigen Bewegung. Sie wird so in Misskredit gebracht. Dieser Bewegung geht es um Fragen, die dringend diskutiert werden müssen, zum Beispiel um die sozialen und ökologischen Folgen der Globalisierung und um Regeln und Kontrollen für Unternehmen und internationalen Handel.
Gewalt behindert die Suche nach Lösungen. Sie gefährdet Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und die Zivilgesellschaft, die darauf angewiesen sind, gehört und verstanden zu werden und so zu Veränderungen beizutragen.
Kommt es zu Krawallen und Ausschreitungen, so werden diese bewegten Bilder sehr gerne von den Medien aufgegriffen. Damit treten dann die inhaltlichen Debatten der Groß-Konferenzen in den Hintergrund. Insgesamt ergibt sich so in der Berichterstattung ein verzerrtes Bild. Die gewaltfreie Arbeit einer Mehrheit sollte nicht durch die Störmanöver einer Minderheit überschattet werden.
Regierungen, Polizeikräfte und Protestierende müssen alles daran setzen, die Eskalation der Gewalt zu verhindern. Aber die Einsätze der Ordnungskräfte dürfen keine Demonstrationen verhindern, die das Hauptmittel des friedlichen Protests sind. Sie sollten der großen Mehrheit der friedlichen Demonstranten garantieren, ihre Anliegen an die Öffentlichkeit zu tragen - ohne Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und des Demonstrationsrechts.