Ein Artikel von Beate Steffens

Grünere Elektronik - Mission Possible!

Jeden Tag verbringen wir Stunden mit unserem Computer, unserem Handy oder Tablet. Egal ob wir beruflich damit arbeiten, oder sie in der Freizeit nutzen, Elektronik ist zum fixen Bestandteil unseres Alltags geworden, hat jedoch nicht unbeträchtliche Auswirkungen auf unser Weltklima.

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Oft werden wir gefragt, welches Elektronikunternehmen wir empfehlen können - besonders rund um Weihnachten. Das grünste Elektronikgerät ist noch immer das, welches nicht gekauft wird. Die grünste Alternative dazu ist nur das zu kaufen, was unbedingt notwendig ist und auf gebrauchte Geräte zu setzen bzw. durch Upgrades oder dem Austausch eines schwachen Akkus den Lebenszyklus der eigenen Produkte zu verlängern.

Lässt sich eine Neuanschaffung nicht vermeiden, gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit umweltschonend zu kaufen: Unser regelmäßig veröffentlichte Ratgeber Grüne Elektronik und das steigende Bewusstsein von uns KonsumentInnen hat in der Vergangenheit bereits einige Elektronik-Hersteller dazu angespornt, ihre Unternehmenspolitik grüner zu gestalten und so beispielsweise auf den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu verzichten.

Wenn es darum geht klimafreundlich zu produzieren, hinken viele Hersteller jedoch immer noch ihren Möglichkeiten hinterher. Dabei könnte die Industrie mit Jahresumsätzen von mehreren Milliarden Euro, Unmengen an fossil erzeugter Energie durch den Umstieg auf Erneuerbare Energieträger ersetzen und so einen bemerkenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Unser 18. Ratgeber für Grüne Elektronik, in welchem 16 führende Elektronik-Hersteller mit ihren Produkten und Praktiken nach Umweltkriterien beurteilt werden, macht dies deutlich. Der Ratgeber bewertet keine spezifischen Produkte, sondern die Gesamt-Performance von Unternehmen. Er nimmt die Umweltbelastung des gesamten Herstellungsprozesses unter die Lupe und wirft einen Blick auf die tatsächlich gelebte Nachhaltigkeit bei diesen großen Elektronik-Konzernen.

Damit soll die Branche weiter in Richtung grünere Elektronik geführt werden. Jedes dieser Unternehmen soll beispielgebend sein und dafür sorgen, dass nicht noch mehr Elektronikmüll in Asien oder Afrika landet und Produkte mit sauberer, erneuerbarer Energie statt mit schmutziger, fossiler produziert werden. Der Elektronik-Branche muss bewusst sein, welchen Einfluss sie auf die nationale Energieversorgung in ihren Ländern haben können, wenn sie selbst auf saubere Energiequellen setzen.

In unserem Ranking am besten abgeschnitten, hat der indische Elektronik-Produzent Wipro. Dieser verwendet bereits Erneuerbare Energien für die Herstellung und hat sich selbst ambitionierte Ziele gesetzt. Mit beispielhaftem Recycling und dem Ausstieg aus giftigen Substanzen ist das indische Unternehmen auf dem richtigen Weg und beispielgebend für die noch hinterher hinkenden westlichen Branchen-Kollegen.

Der taiwanesische Computerhersteller Acer hat sich gleich um neun Stellen verbessert und so auf Platz vier empor gearbeitet. Acer hat bei seinen Zulieferern bei den Treibhausgasemissionen, bei giftigen Substanzen, Mineralien aus Konfliktgebieten und nachhaltig produziertem Papier eingegriffen. Mit HP (Rang 2), Nokia (Rang 3) und Dell (Rang 5) bilden Wipro (Rang 1) und Acer (Rang 4) die Top 5. Apple rutschte von Rang 5 auf 6 ab. Blackberry Produzent RIM bleibt auf Rang 16 und ist damit ökologisches Schlusslicht.

Ist grünere Elektronik möglich und wenn ja, wie?

Es ist ein laufender Prozess, der von jedem/jeder Einzelnen von uns abhängt. Einige Unternehmen haben sich seit der letzten Fassung unseres Ratgebers bemüht, andere jedoch kaum. Damit wir zukünftig unsere Lieblingsmarken mit reinem Gewissen kaufen können lassen wir doch künftig alle die Hersteller wissen, wie er sich verbessern können! Social Networks machen es einfacher: Das Hinterlassen eines Kommentars auf der Facebook-Seite des Herstellers beispielsweise oder das Teilen des Greenpeace-Ratgeber Grüne Elektronik. Denn jede(r) von uns - Unternehmen und Privatpersonen - hat die Möglichkeit unsere Erde ein Stück nachhaltiger zu machen.