Ein Artikel von Annika Rieger

Die IT-Branche und der Klimawandel

Google und Cisco sind Meister im Bereitstellen von modernen Energiesparlösungen im Technologie-Sektor. Das ist das Ergebnis eines neuen Rankings von Greenpeace International, das die Führungsqualitäten und Anstrengungen von IT-Firmen beim Bekämpfen des Klimawandels bewertet.

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Das sechste "Cool IT Leaderboard"-Ranking bewertete 21 globale Technologie- und Kommunikationskonzerne in drei Bereichen: Das ist zum einen das Bereitstellen und Entwickeln von Lösungen, um den Energiebedarf der gesamten Wirtschaft zu reduzieren. Zum Anderen der eigene Energiehaushalt und zuletzt die Frage, inwieweit die Unternehmen ihren Einfluss geltend machen, um sich auf politischer Ebene für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz einzusetzen.

Google und Cisco teilen sich den ersten Platz der Rangliste, auf Platz drei landete Ericsson, Fujitsu auf Platz vier und die drei Firmen Sprint, Wipro und HP rangieren gemeinsam auf Platz fünf. Google tätigt außerdem die meisten Investitionen in saubere Energieproduktion und -Technologie. Bei der eigenen Klimabilanz steht Cisco an erster Stelle.

Die diesjährige Studie stellte fest, dass die Firmen ihre Schlüsselrolle im Wandel hin zu einer energetisch nachhaltigen Wirtschaft immer stärker annehmen. Die Anzahl der Firmen, die sich für Erneuerbare Energien einsetzen, nahm demnach im vergangenen Jahr zu - aber nicht schnell genug, um der Dringlichkeit in der Bekämpfung des Klimawandels Rechnung zu tragen, kritisiert Greenpeace. Leider macht die IT-Branche ihren politischen Einfluss nicht ausreichend geltend, um durch die Forderung nach einer Energiewende Investitionen in "grüne" Technologien anzuregen.

IT-Branche muss politischen Einfluss stärker nutzen

"Der Fortschritt des IT-Sektors wird auch zukünftig von großen, schmutzigen Stromkonzernen blockiert werden, bis sich mehr Unternehmen ihrer politische Macht bewusst werden und sich für eine klimafreundliche, dezentralisierte Energiepolitik einsetzen", sagt Gary Cook, Internationaler Senior IT Analyst bei Greenpeace. Technologie-Unternehmen könnten sich den großen Verschmutzern, wie etwa Duke Energy und den USA oder TEPCO in Japan, entgegenstellen, aber nur, wenn sie ihren Einfluss auf die Politik nutzen um moderne, saubere, effiziente Energieversorgung voranzutreiben.

Positiv fallen in diesem Bereich vor allem die Anstrengungen der Unternehmen Sprint, Google, Wipro und SoftBank auf. Diese arbeiten alle aktiv auf einen Politikwandel hin, der einen Anreiz für Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien bieten soll.

Am meisten verbessert hat sich auf der diesjährigen Rangliste der Software-Gigant Microsoft; nicht zuletzt dank seiner Unterstützung für eine Erweiterung der Steueranreize für Windkraft in den USA. Insgesamt sieben Unternehmen jedoch wurden im Ranking für ihre Verwicklungen in kontraproduktive Lobbyarbeit bestraft.

Der IT-Sektor selbst scheint sich in jüngster Zeit seiner Verantwortung in der Energiewende bewusst geworden zu sein: Im vergangenen Jahr hat die Branche im Report "SMARTer 2020" seine eigenen Möglichkeiten beleuchtet, einen Wandel in Energiekonsum und -Produktion voranzutreiben. Darin wurde das weltweite Potenzial der IT-Branche bei der Reduktion von Treibhausgasen auf über 16 Prozent im Jahr 2020 beziffert.

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