Greenpeace-Aktivisten projizieren „Planet Earth First“ auf Elbphilharmonie

Warnzeichen am Wahrzeichen

Die Welt in Herzform auf der Hamburger Elbphilharmonie und ein Pianist auf der Elbe: Greenpeace-Aktivisten protestierten im Vorfeld des G20-Gipfels spektakulär für den Klimaschutz.

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Die kühne Prognose „Hamburg baut ein Wahrzeichen“ ist mit der Elbphilharmonie offensichtlich wahr geworden; dafür spricht nicht nur der Ansturm auf die Ticketcenter, sobald ein neuer Schwung Karten in den Verkauf geht. Die Welt schaut auf den ehemaligen Kaispeicher im Hamburger Hafen. Sie bekam dort heute Nacht mehr zu sehen als überwältigende Architektur – und auch ohne eines der begehrten Elphi-Tickets etwas zu hören.

Greenpeace-Aktivisten projizierten den Appell „Planet Earth First“ an den ikonischen Neubau, in Anlehnung an US-Präsident Trumps Motto „America First“. Trump, der das Pariser Klimaabkommen für „unfair“ gegenüber den Vereinigten Staaten hält, aber Klimagerechtigkeit für die verwundbarsten Länder der Welt ignoriert, hat die damit verbundenen Verpflichtungen jüngst aufgekündigt.

Umso deutlicher hält Greenpeace die restlichen Teilnehmerländer dazu an, den Tagesordnungspunkt „Klimaschutz“ beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg zum prominentesten der Agenda zu machen. „Die Staats- und Regierungschefs müssen beweisen, dass der Schutz des Planeten von höchster Wichtigkeit ist – auch ohne Trump“, sagt Anike Peters, Greenpeace-Expertin für Energie.

Nachtmusik auf dem Wasser

Zeitgleich spielte der rumänisch-israelische Pianist Michael Abramovich ein besonderes Elbphilharmonie-Konzert am Flügel: nicht drinnen, sondern auf einer schwimmenden Plattform auf der Elbe, mit der Projektion im Hintergrund. Das Stück war Frédéric Chopins Nocturne op. 9, Nr. 2 in Es-Dur. Keine zufällige Wahl: „Dieses sich so langsam aufbauende Stück, das Schönheit entstehen lässt, ist das genaue Gegenteil von Trumps Politik der Demontage und Zerstörung“, sagt Abramovich.

Nun kann nicht jeder seinen Protest mit einem schwimmenden Flügel spektakulär auf die Elbe tragen. Tatsächlich ist es für die Hamburger schwierig, den Staatschefs beim G20-Treffen friedlich nahezubringen, dass sie ihre Klimapolitik dringend nachschärfen müssen, wenn sie ihre Klimaziele einhalten wollen: Die Polizei Hamburg verfügte, dass im Innenstadtbereich alle Versammlungen für die Zeit des Gipfels verboten sind.

Den Protest in die Stadt tragen

Für Hamburger, die in der Innenstadt wohnen, bietet Greenpeace darum Fahnen mit dem „Planet Earth First“-Motiv an, die Sie hier kostenlos bestellen können – so kommt der Protest an die Straße, wenn er nicht auf sie darf. Das Klimaherz gibt es auch als Schablone, um eigene Flaggen für Balkone und Fenster herzustellen, sowie als Aufkleber und Abzieh-Tattoos.

Am 7. Juli schaut die Welt erneut genauer auf die Elbphilharmonie: Am ersten Abend des Gipfels werden die Staatschefs hier ein Konzert besuchen. Auf dem Gebäude selbst wird dann kein Appell stehen. Aber mit ein bisschen Tatkraft werden Merkel, Macron und Trump auf der Fahrt dahin immer wieder daran erinnert, dass der Planet an erster Stelle steht – wenn Hamburg flaggt „Planet Earth First“.

>>> Schablonen, um Ihr eigenes „Planet Earth First“-Material zu erstellen, können Sie sich im Format A3 und im Format A4 von unserer Webseite herunterladen, das Bestellformular für die Fahnen finden Sie hier, für Aufkleber und Tattoos hier.

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