Abstimmung zum Greenpeace Photo Award

Objektiv betrachtet

Es geht ums Klima und den Regenwald, um Wasser und Eis: Für den dritten Greenpeace Photo Award sind elf Fotografen mit ihren Projekten nominiert. Entscheiden Sie mit, wer gewinnt!

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Die Kreatur windet sich. Geplagt von Tentakeln aus Gummischlauch, die ihr aus dem Rücken wachsen, krümmt sich der gequälte Körper im Schlamm: ein Morast aus brauner Brühe und den drapierten Schädeln toten Hornviehs.

Was wie der Todestanz eines Aliens anmutet, ist eine Inszenierung des belgisch-beninischen Fotografen Fabrice Monteiro: erschreckend und anmutig, verstörend und schön – Teil seines Projektes „Die Prophezeiung“. Mit faszinierend apokalyptischen Szenarien prangert er darin die Verschmutzung von Gewässern, den Klimawandel und die Überfischung der Meere an; nun möchte er seine Arbeit in Indonesien fortsetzen: Auf Borneo will er seine (Alb-)Traumwelten erschaffen – und so auf die Zerstörung des Regenwaldes dort aufmerksam machen.

Mit dem Projekt tritt er beim Greenpeace Photo Award 2016 an – genau wie zehn weitere Fotografen aus Europa, Asien, Südamerika, Afrika, den USA und Neuseeland. Eine Expertenjury wählte die Fotografen gemeinsam mit Greenpeace und dem Reportage-Magazin GEO aus; alle Nominierten reichten keine fertigen Fotos ein, sondern fotografische oder multimediale Vorhaben, die sie mit den zwei Jurypreisen und dem Publikumspreis – je 10.000 Euro – umsetzen möchten. All diesen Ideen gemein ist das übergeordnete Thema: die Zerstörung der Umwelt.

Überschwemmungen und Gletscherschmelze

So will der Südafrikaner Gideon Mendel Menschen zeigen, denen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht: Für seine Reihe „Welt unter Wasser“ will er durch Klimawandel und Extremwetter verursachte Überschwemmungen dokumentieren; seine Motive sind dabei stets die Opfer, inszeniert inmitten der Fluten: „Wir sehen den betroffenen Menschen direkt in die Augen“, sagt Mendel.

Der Chinese Lu Guang, unter anderem Gewinner des World Press Photo Award, plant die Verschmutzung der Böden in seinem Land durch Schwermetalle zu zeigen – und die Auswirkungen auf die Menschen dort. Das Schmelzen von Gletscher- und Grönland-Eis haben sich der Spanier Daniel Beltrá sowie das deutsch-schweizerische Fotografenduo Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger als Fotoprojekt vorgenommen. Cortis und Sonderegger wollen dafür im Studio Mini-Gletscher naturgetreu nachbauen und deren Schrumpfen simulieren.

Dreimal ist der Amazonas Thema der eingereichten Vorschläge, zwei Projekte beschäftigen sich mit Konsumdrang und Müllproblemen, Energieverschwendung und Ausbeutung in Mosambik.

Elf Projekte, jede Menge Enthusiasmus und Visionen und ein großes Thema: Umwelt in Not. „Bearing witness – Zeugnis ablegen und visuell argumentieren, das ist ein wichtiges Anliegen von Greenpeace“, erklärt Conny Böttger, Mitglied des Auswahlgremiums und Fotoredakteurin bei Greenpeace. „Für den Photo Award haben wir deshalb Fotografinnen und Fotografen aus der ganzen Welt aufgefordert, eindringliche Bilder von Orten und Arten der Umwelt- und Naturzerstörung zu schaffen.“ Diese sollen die Probleme öffentlich bewusst machen, zum Nachdenken anregen. „Es geht darum, vor allem unsichtbare, schwierige Themen bildlich zu gestalten – auf eine Weise, die überraschend, emotional und kreativ berührt“, so Böttger.

Stimmen Sie ab!

Wer am Ende gewinnt, entscheidet die internationale Jury aus Peter Pfrunder (Direktor der Fotostiftung Schweiz), Ruth Eichhorn (Bildredaktion GEO), Azu Nwagbogu (Direktor des Fotofestivals Lagos, Nigeria) – und Sie!

Stimmen Sie bis zum 30. September ab, welches Fotoprojekt den Publikumspreis gewinnen soll – alle Infos zu den Fotografen und zum Greenpeace Photo Award finden Sie hier.

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