Gewinner des Greenpeace Photo Award stehen fest

Neue Weltbilder

Bilder von mutigen Frauen, Flutopfern und einem Land, das mit seiner Gier nach Wohlstand heillos überfordert ist: Das sind die Gewinner-Projekte des Greenpeace Photo Award.

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„Wir können nicht akzeptieren, dass all das geschieht, weil wir die Menschenrechte und den Wald verteidigen!“ Claudelice ist stark, entschlossen, eine Kämpferin. Sie streitet für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien – obwohl dort allein im vergangenen Jahr 92 Umweltaktivisten ermordet wurden, so viele wie in keinem anderen Land.

Frauen wie Claudelice sind es, die die brasilianische Fotografin Marizilda Cruppe zeigen will: in einem Multimedia-Projekt aus Foto, Video, Text und Tondokumenten. Ein Vorhaben, das mehr als ein Viertel der rund 20.000 Teilnehmer an der internationalen Abstimmung zum Greenpeace Photo Award begeisterte. Cruppes Projekt „Leben und sterben für den Regenwald“ erhielt die meisten Stimmen – und gewann somit den Publikumspreis.

Der ist mit 10.000 Euro dotiert; mit dem Geld wird Cruppe mutige brasilianische Mütter, Arbeiterinnen, Kommunalpolitikerinnen und Aktivistinnen porträtieren, die sich gegen Investoren, Holzindustrie, Großgrundbesitzer und Politiker wehren – und gegen die Straffreiheit derer, die den Frauen mit dem Tod drohen oder ihre Mitstreiterinnen gar ermorden. Cruppes Multimedia-Arbeit wird 2018 veröffentlicht; die Fotos erscheinen im Greenpeace Magazin.

Wenn die Flut kommt

In der Zeitschrift GEO, Medienpartner des Photo Award, werden die Bilder der beiden Gewinner des Jury-Preises gezeigt, ebenfalls dotiert mit je 10.000 Euro.

„Selten wurde eine der großen Herausforderungen unserer Zeit in so überzeugende Bilder übersetzt“, sagt Peter Pfrunder, Jury-Präsident und Direktor der Fotostiftung Schweiz, über die Fotografien des Südafrikaners Gideon Mendel. Der widmet sich mit seinem Langzeitprojekt „Welt unter Wasser“ den Folgen des Klimawandels: Seit 2007 zeigt er Menschen, denen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht – Opfer von Überschwemmungen überall auf der Welt in überfluteten Häusern, Straßen, Landschaften.

„Ich will ein Werk schaffen, das unmittelbar ist, bei dem man den Betroffenen direkt in die Augen schaut“, sagt Mendel. In 30 Ländern fotografierte er bisher, aber: „Ich bin noch nicht fertig.“ Mit dem Preisgeld will er seine Arbeit in China und der afrikanischen Subsahara-Region fortsetzen.

Immer mehr – immer besser?

Auf dem afrikanischen Kontinent will auch das Fotografenduo Cristina de Middel und Bruno Morais arbeiten: In Mosambik, einem Land, das nach Wachstum und Wohlstand giert, wollen die beiden unter dem Titel „Excessocenus“ Szenen von Konsum- und Ausbeutungsexzessen inszenieren. Dabei werden sie die Grenzen zwischen Fotojournalismus und Fiktion auflösen – „Bilder, die ästhetisch überraschend und intensiv sind und voller intelligentem Humor“, verspricht Ruth Eichhorn, Jurymitglied fürGEO.

Willenskraft, Wohlstand, Wasser: Drei Themen, denen sich die Sieger der insgesamt elf nominierten Fotoschaffenden aus Europa, Asien, Südamerika, Afrika, den USA und Neuseeland widmen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie präsentierten hochkarätige Umwelt-Fotoprojekte – kreative, faszinierende und erstaunliche Sichten auf die Welt.

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