45 Jahre Greenpeace International

Happy Birthday!

Als 1971 eine Handvoll Atomwaffengegner den Namen Greenpeace erfanden, ahnten sie nicht, was daraus entstehen würde. Jahrzehnte später ist daraus eine Umweltbewegung geworden.

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Das "Don't Make a Wave Committee" - die Keimzelle von Greenpeace International - wird 1971 von Irwing Stowe, Jim Bohlen und Paul Cote mit weiteren Frauen und Männern in Vancouver/Kanada gegründet.Schon die ersten Greenpeacer entwickeln das Grundrezept erfolgreicher Greenpeace-Kampagnen - eine Kombination aus direkter gewaltfreier Aktion und Medienarbeit. Den ersten Protestfahrten gegen US-amerikanische Atombombentests folgen Aktionen gegen französische Atomversuche. Bald breitet sich die Greenpeace-Idee nach Europa aus. 1980 wird Greenpeace Deutschland gegründet.

DIE GRÖSSTEN ERFOLGE

1974: Frankreich beendet die AtomtestsIn den 1960er Jahren beginnt Frankreich mit Atomtests im Südpazifik. Die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt werden völlig ignoriert. Ab 1972 sollen die Versuche sogar noch ausgeweitet werden. Der Unternehmer David McTaggart erfährt davon und hört zum ersten Mal von Greenpeace. Spontan benennt er sein Boot um, aus der „ Vega“, wird die „Greenpeace III“. Gemeinsam mit Anderen legt er ab, um zu protestieren. Zwei Jahre später ist ein Meilenstein erreicht:  1974 gibt Frankreich das Ende der Tests bekannt.

1982: Das Walfangmoratorium
Großwale sind durch die Waljagd vom Aussterben bedroht. 1970 gibt es weltweit keine 6.000 Blauwale mehr. Bei anderen Walarten sieht es ähnlich aus. Ab 1973 stellt sich Greenpeace den Jägern entgegen und dokumentiert deren Treiben. Zum ersten Mal gelangen Bilder von der Jagd an die Öffentlichkeit. Nach heftigen Protesten beschließt die Internationale Walfangkommission (IWC) 1982 das Verbot des kommerziellen Walfangs - ein riesiger Erfolg. Doch der Protest geht bis heute weiter, nun gegen die japanischen Walfänger, die das Verbot unterlaufen.

1991: Das Antarktisschutzabkommen
Was heute der Arktis droht, die Zerstörung unberührter Natur zwecks Rohstoffausbeutung, das droht 1982 der Antarktis. Die Staaten beginnen, den Kuchen unter sich aufzuteilen. Mit einer jahrelangen Kampagne und eigenen Expeditionen gelingt es Greenpeace, das Blatt zu wenden. 1991 entsteht das Umweltschutzabkommen zum Antarktisvertrag, das den kommerziellen Rohstoffabbau für mindestens 50 Jahre unterbindet. 1997 wird das Abkommen von Japan als letztem Staat ratifiziert.

WEITERE ERFOLGE

  • 1993 verbietet die London Dumping Convention, radioaktive und andere Industrieabfälle im Meer zu verklappen. Dem Verbot geht eine 15 Jahre währende Greenpeace-Kampagne voraus.
  • 1995 verzichtet der Konzern Shell nach einer spektakulären Greenpeace-Kampagne darauf, die ausgediente Ölplattform Brent Spar im Atlantik zu entsorgen.
  • 1997 revolutioniert Greenpeace mit dem Greenfreeze den Kühlschrankmarkt. Der Greenfreeze funktioniert ohne Einsatz von klimaschädlichen FKW/FCKW. Heute werden jährlich 35 Millionen Stück davon produziert und weltweit verkauft.
  • 2004 startet Greenpeace mit der Arbeit gegen gefährliche Chemikalien in elektronischen Geräten. Auch wenn noch nicht alles im grünen Bereich ist - der Greener Guide to Electronics hat inzwischen einiges bewegt. Die Arbeit geht weiter.
  • 2006 wird der kanadische Great Bear Rainforest, Heimat des Grizzlybären, nach neun Jahren Kampagne zu einem Drittel unter Schutz gestellt. Die anderen zwei Drittel dürfen nachhaltig genutzt werden. Der Great Bear Rainforest ist einer von ganz wenigen verbliebenen Regenwäldern in den gemäßigten Zonen.
  • 2010 reagiert der Konzern Nestlé auf eine weltweite Greenpeace -Kampagne. Nestlé verkündet, kein Palmöl mehr von Lieferanten zu beziehen, die den indonesischen Urwald zerstören.
  • 2012 kann Greenpeace China einen wichtigen Erfolg  verbuchen und die Einführung von gentechnisch manipuliertem Reis verhindern.
  • 2016 wird der Great Bear Rainforest zu 85 Prozent geschützt. Die restlichen 15 Prozent dürfen nur unter Einbeziehung der First Nations und unter strikten Auflagen bewirtschaftet werden. 
  • 2016 reagiert die brasilianische Umweltbehörde auf eine globale Waldkampagne von Greenpeace und den einheimischen Munduruku. Der Bau des Mega-Staudamms São-Luiz-do-Tapajós im Herzen des brasilianischen Amazonas wird gestoppt.

GREENPEACE HEUTE

Aus dem kleinen friedensbewegten Haufen von damals ist eine moderne internationale Organisation mit Büros in 26 Ländern entstanden. In insgesamt 55 Ländern ist Greenpeace aktiv. Die Grundprinzipien der Arbeit sind bis heute geblieben: Gewaltfreiheit und absolute Unabhängigkeit von Wirtschaft und Politik. Und das Markenzeichen: die direkte, oft spektakuläre Aktion.

Ein großer Dank gilt all jenen, die mit ihrem Engagement und ihrer Unterstützung erfolgreiche Umweltschutzarbeit erst möglich machen. Sie helfen als Spender und Spenderin finanziell oder sind ehrenamtlich aktiv. Greenpeace lebt vom Mitmachen!  

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