Roland Hipp wird neuer erster Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland

„Nicht nachlassen!“

Wechsel an der Spitze von Greenpeace Deutschland: Brigitte Behrens geht in Ruhestand, Roland Hipp wird erster Geschäftsführer. Sein großes Ziel: weg von Kohle- und Atomkraft.

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„Bei der Energiewende am Ball bleiben!“ Das hat sich Roland Hipp als oberstes Ziel für die Zukunft gesetzt. Zum 1. Juli wird er neuer Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. Damit folgt er auf Brigitte Behrens, die die Organisation 17 Jahre lang leitete und nun in Ruhestand geht.

„Es war eine tolle Zeit, in der Geschäftsführung mit Brigitte zu arbeiten“, lobt Hipp. „Ich habe unglaublich viel von ihr gelernt.“ Bereits seit 2002 unterstützt er sie als Kampagnen- und stellvertretender Geschäftsführer; seit 1991 arbeitet er fest angestellt bei Greenpeace: erst als Kampaigner, später als Leiter des Energiebereichs.

Neue Themen und große Erfolge

Denn der Ausstieg aus gefährlicher Atom- und umweltschädlicher Kohlekraft sind Themen, die Hipp seit jeher bewegen. Deshalb reiste er kurz nach seinem Arbeitsbeginn bei Greenpeace für Aktionen und Strahlenmessungen zu den Wiederaufbereitungsanlagen im französischen La Hague und nach Sellafield in England. „Wir haben Plutonium in Staubsaugerbeuteln gefunden und auf dem Teller“, erinnert er sich. „Wir bekamen das Leid von schwer kranken Menschen hautnah mit.“

Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit Brigitte Behrens und anderen Mitstreitern die Ökostromgenossenschaft Greenpeace Energy eG. Bis 2007 gehörte er zu deren Vorstand; Behrens war 13 Jahre lang Aufsichtsratsvorsitzende. Zudem etablierte Hipp als Kampagnengeschäftsführer ab 2002 das Thema Kohleausstieg in die Greenpeace-Arbeit.

Einer der größten Erfolge, die Roland Hipp während seiner Zeit bei Greenpeace mitverantwortete, stellte sich auf hoher See ein: Mutige Umweltschützer besetzten 1995 im Nordostatlantik die Brent Spar – der Konzern Shell verzichtete schließlich darauf, die ausgediente Ölplattform im Meer zu versenken; drei Jahre später folgte ein generelles gesetzliches Versenkungsverbot für ausgediente Plattformen. Roland Hipp koordinierte damals vom Hamburger Greenpece-Büro aus die Protestaktion: „Dass es so ein Erfolg wird, damit haben wir nicht gerechnet!“, staunt er noch heute.

„Den Greenpeace-Spirit erhalten“

„Ich wünsche mir, dass dieser Greenpeace-Spirit – wir wollen gemeinsam etwas tun, ‚Taten statt warten‘ – erhalten bleibt“, hofft Brigitte Behrens. Sie kann auf viele Greenpeace-Erfolge zurückblicken, die sie in ihrer Zeit als Geschäftsführerin von ihrem Hamburger Büro aus lenkte und unterstützte: gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel in Deutschland, Nestlé-Produkte ohne Palmöl aus Urwaldzerstörung, große Waldschutzgebiete in Finnland und an der kanadischen Westküste. Zudem starteten 1990 mit ihrer Unterstützung die Kinder- und Jugendprojekte von Greenpeace.

„Nicht nachlassen, nicht aufgeben – das ist das Wichtigste, was ich mir von Greenpeace wünsche!“, erklärt Brigitte Behrens – ihr Nachfolger Roland Hipp lässt sie nur ungern gehen: „Ich hätte gern noch mal 14 Jahre lang mit Brigitte den Job gemacht“, sagt er. Demnächst stellt ihm der Aufsichtsrat der Organisation zwei weitere Kollegen zur Geschäftsführung zur Seite; die Personalauswahl soll noch im Sommer abgeschlossen werden.

„Ich habe einen großen Traum“, verrät Hipp. „Dass ich nicht nur miterlebe, wie das letzte Atomkraftwerk, sondern auch wie das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland abgeschaltet wird.“ Brigitte Behrens‘ Appell, auch künftig hartnäckig und ausdauernd zu agieren, nimmt er deshalb selbstverständlich auf: „Die Umwelt gerät immer mehr unter Druck, in vielen Ländern auch Umweltschützer“, weiß Hipp. „Dem müssen wir etwas entgegensetzen: mit unseren Kampagnen und mit einer Vorstellung von einem modernen, zeitgemäßen und nachhaltigen Leben.“ Davon will er viele Menschen überzeugen und so gemeinsam mit ihnen eine noch größere Wirkung entfalten. „Das ist meine Aufgabe, und es ist die beste, die ich mir vorstellen kann.“

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