
Textil - der Stoff, aus dem die Albträume sind
Pro Kopf verbrauchen wir durchschnittlich 11 bis 15 Kilogramm Kleidung, mit anderen Textilien kommen wir auf 28 Kilogramm - das ist Weltspitze. Doch vor allem für die Produktion der hautsympathischen Baumwolle werden Unmengen an Ressourcen gebraucht. Dabei ist das weiße Gold mit einem Weltmarktpreis von nur ungefähr einem Euro pro Kilogramm extrem billig.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Baumwollplantagen zahlen für diesen niedrigen Preis mit einer 77-Stunden-Woche, einer miserablen Gesundheitsvorsorge und einer enormen Belastung durch Pestizide, die bei den empfindlichen Baumwollpflanzen massenhaft zum Einsatz kommen. Ein weiteres Problem liegt in dem enormen Wasserbedarf der Baumwollpflanzen: Um ein Kilogramm spinnfähige Faser herzustellen, braucht man 25.000 Liter Wasser! Das bedeutet für die ohnehin schon trockenen Anbaugebiete in China, Indien, den USA und Usbekistan, dass die Böden versalzen und der Grundwasserspiegel sinkt.
Und damit hört die Umweltbelastung noch nicht auf. Bis zu 20 Arbeitsgänge sind bis zum fertigen Kleidungsstück nötig: Bleichen, Färben, antimikrobielle Behandlung - es werden so allerhand Chemikalien benötigt, um knitterfreie, antistatische oder Scotchgard-Produkte herzustellen. 90 Prozent der Gifte spült das Abwasser weg, der Rest bleibt in der Faser.
Wussten Sie schon?
Was tun?
Das kommt dabei raus:
Wenn Sie sich für langlebige Produkte entscheiden, sparen Sie langfristig eine Menge Geld und weichen einem veritablen Chemiecocktail aus. Mit jedem waschmaschinentauglichen Kleidungsstück sparen Sie zusätzlich Geld für die chemische Reinigung. Doch wichtiger ist vielleicht, was Sie Arbeiterinnen und Arbeitern und der Umwelt in den Herstellerländern ersparen: Für kbA-Baumwolle sind Pestizide und Entlaubungsmittel tabu. Manche Öko-Linien haben den Wasserbedarf beim Färben um die Hälfte reduziert und kommen ohne Chlorbleiche und ohne Farbstoffe auf Schwerbenzinbasis aus. Kinderarbeit ist verboten und die Bauern haben ein höheres Nettoeinkommen.
Zum Weiterlesen:
Alle Tipps zum Thema Konsum stammen aus Andreas Schlumbergers Buch 50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Welt zu retten, und wie Sie dabei Geld sparen.