Achtung: Dieselkrebs
steht auf den Banderolen,die die Umweltschützer hinter den Windschutzscheiben mehrererDiesel-Autos befestigten. Greenpeace weist mit der Aktion auf diekrebserzeugende Wirkung der Partikel im Dieselabgas hin und wirft denAutoherstellern vor, nichts dagegen zu unternehmen. Dieselabgase erzeugen Krebs
, sagtGreenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. An dieser bitterenEinsicht gibt es schon lange keine Zweifel mehr. Wer dies abstreitet,lügt.
Das Heidelberger Umwelt- und Prognoseinstitut (UPI) errechnete, dassallein in Deutschland jedes Jahr etwa 8000 Menschen an Lungenkrebssterben, der durch kleine Partikel im Diesel-Kraftsstoff ausgelöstwird. Damit verlieren pro Jahr durch Dieselabgase genau so vieleMenschen ihr Leben wie durch Autounfälle. DieWeltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sogar von 80.000 Todesfällenjährlich. Eine neuere Studie der amerikanischen Umweltbehörde EPAergab, dass das Krebsrisiko unter allen gefährlichen Luftschadstoffendurch Dieselabgase am höchsten ist.
Diese Zahlen sind vor allem vor dem Hintergrunderschreckend, dass es seit zehn Jahren eine Technik gibt, die diesetödliche Belastung aus dem Diesel nahezu völlig eliminiert
,erklärt Lohbeck. Statt sie anzuwenden spielen vor allemMercedes und Volkswagen das Risiko runter und verlangen weitere,angeblich fehlende Beweise für das Krebsrisiko. Das kommt einemgroßangelegten Menschenversuch sehr nahe.
Inzwischen können die Autobauer nicht mehr behaupten, die Technikfür das Reinigen der Dieselabgase sei noch nicht ausgereift. Peugeotund Citroën bieten solche Fahrzeuge mittlerweile serienmäßig an. Weildie deutschen, italienischen und anderen Hersteller trotzdem nichtreagierten, stellte Greenpeace Ende letzten Jahres Strafanzeigen gegendie Firmen und klagte gegen das deutsche Kraftfahrtbundesamt mit demZiel, dass ab sofort nur noch entgiftete Dieselautos auf den Straßenfahren dürfen.