
Für die TV-Reihe Im Einsatz für...
war Hannes Jaenicke auf der ganzen Welt unterwegs: Im indonesischen Urwald, in der Arktis, aber auch in Europa hat er dokumentiert, wie es um einige vom Aussterben bedrohte Tierarten bestellt ist. Ihre gemeinsame Bedrohung ist der Mensch; sein Konsum, seine Profitgier und seine Ignoranz. Jaenicke, der aus der RTL-Serie Post Mortem
und vielen Kino- und Fernsehfilmen bekannt ist, engagiert sich privat schon lange für Umweltschutz. Immer öfter verknüpft er das auch mit seinem Beruf.
Das Drehtagebuch von Hannes Jaenicke zieht sich als roter Faden durch das Buch. Emotionale Schilderungen und viele Bilder ziehen den Leser unweigerlich in die Situationen hinein. Jaenicke nimmt ihn mit zu Orang-Utan-Babys, die als Kickboxer in thailändischen Vergnügunsparks gequält werden oder deren Mütter von Wilderern erschossen wurden. Ist der Leser einmal emotional geködert, beschreibt Jaenicke anschaulich, warum die Tiere so leiden müssen. Schuld sind in irgendeiner Form wir. Mal ist es unser unverantwortlicher Konsum von Tropenholz, mal das Kohlendioxid, das den Klimawandel ankurbelt und Orang-Utan, Eisbär und Co. das Leben fast unmöglich macht. Anhand von insgesamt sieben Tieren zeigt Jaenicke, warum alle Lebensräume, Erde, Meer und Luft, zum umweltpolitischen Brennpunkt geworden sind. Aufrüttelnd erzählt er zum Beispiel, dass Delphine hungern müssen, weil wir ihnen die Nahrung wegfischen. Doch auch vor unserer Haustür hat Jaenicke Beispiele gefunden, die zeigen: In unserer Welt hängt alles mit allem zusammen. Deshalb rottet die Klimaerwärmung zum Beispiel langsam den Kuckuck aus. Er kann seinen Lebensrhythmus nicht an die höheren Temperaturen anpassen und hat deshalb kaum noch Nachkommen.
Doch Jaenicke prangert nicht nur an. In ausführlichen Interviews mit Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, fragt er konkret nach, warum zum Beispiel immer noch Tropenholz aus der Heimat des Orang-Utans nach Deutschland importiert werden darf. Die Antwort ist traurig aber wahr: Es gibt [...] eben auch traditionelle Lobbykräfte, die sich von niemandem hineinregieren lassen wollen und deshalb die Regelungen ablehnen
, sagt Flasbarth. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS Deutschland (Whale and Dolphin Conservation Society), beantworten Jaenickes kritische Fragen.
Beim Lesen des Buches kommen Wut und Hilflosigkeit auf. Aber der Autor lässt den Leser mit diesen Gefühlen nicht allein. Am Ende jeden Kapitels listet er Sofortmaßnahmen auf, die jeder umsetzen kann. Sie gehen über übliche Stromspar-Tipps hinaus und erklären zum Beispiel, warum es dem Gorilla schadet, wenn wir uns alle zwei Jahre ein neues Handy anschaffen. Denn Konsumenten haben mehr Macht, als sie glauben. Das letzte, was ich mit diesem Buch vorhabe, ist Weltuntergangsstimmung zu verbreiten. Denn auch wenn all diese Tiere vom Aussterben bedroht sind, gibt es unglaublich viel zu tun
, sagt Jaenicke.
Wut allein reicht nicht erscheint beim Gütersloher Verlagshaus und ist ab dem 13. September im Handel erhältlich. Auf der Website zum Buch finden Sie alle Infos, Filme, Bilder und mehr.