
Das mit Stahlplatten beladene Schiff war in der Nacht bei einer Wassertiefe von sechs Metern südöstlich von Gedser auf Grund gelaufen. Derzeit wird davon abgesehen, den Frachter freizuschleppen, weil er dabei auseinanderbrechen könnte. Taucher sollen nun den Zustand des Stahlfrachters untersuchen. Angekündigte starke Winde könnten die Arbeiten behindern.
Dieser erneute Unfall zeigt, dass eine Lotsenpflicht für die Kadetrinne längst überfällig ist
, sagt Jörg Feddern, Schifffahrtsexperte von Greenpeace. Ohne Lotsenpflicht ist ein schweres Schiffsunglück nur eine Frage der Zeit. Ein schwerer Tankerunfall könnte die deutsche Ostseeküste massiv verschmutzen.
Die Kadetrinne ist eine der meistbefahrenen und unfallträchtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. An ihrer schmalsten Stelle ist sie gerade eine Seemeile (knapp zwei Kilometer) breit und gefährlich flach. Jährlich passieren rund 60.000 Schiffe diese Engstelle, darunter etwa 8.200 Tanker und 14.600 Fähren. Der Verkehr ist so stark, dass er an eine Großstadt-Autobahn erinnnert. Auch Geisterfahrer sind keine Seltenheit.
Jeden Tag passieren die Kadetrinne rund 200 Schiffe. Dabei kam es in den vergangenen 30 Jahren zu über 20 Zwischenfällen. Deshalb fordert Greenpeace schon seit Jahren eine Lotsenpflicht für die schwierige Schifffahrtstraße.
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