Ostern ohne Gentechnik

Die Verbraucher wollen keine Gentechnik ihn ihrem Essen, das hat gerade erst wieder eine Umfrage bestätigt. Doch die meisten Supermärkte interessiert das nicht.

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In wenigen Tagen werden auf vielen Frühstückstischen Ostereier in den buntesten Farben liegen. Doch im Gegensatz zu den vergangenen Jahren könnten viele Eier in diesem Jahr mit Gentechnik produziert sein. Denn seit kurzem setzt die Geflügelwirtschaft wieder Gen-Futter bei Legehennen, Hähnchen und Puten ein. Die Discounter – allen voran Aldi und Lidl senkten auch gleich die Preise.

Gentechnikfreie Eier und Geflügel gibt es nur in wenigen Supermärkten, wie eine Abfrage von Greenpeace ergeben hat. So sagen nur Tegut, Penny, Rewe, Real und seit kurzem auch Aldi Nord zu, dass ihre Eier ohne Gentechnik produziert wurden. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte beim Kauf von Eiern und Geflügel auf das „Ohne Gentechnik“ Label achten oder im Bioladen einkaufen. 

Umfrage: Klares Nein zu Gentechnik im Essen

Dabei will die Mehrheit der Verbraucher keine Gentechnik in ihrem Essen – auch nicht indirekt über das Tierfutter. In einer Umfrage, die das Forsa-Institut im Auftrag von Greenpeace durchführte, erklärten 79 Prozent der Befragten es für wichtig oder sehr wichtig, dass Legehennen und Mastgeflügel nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden.

Fast alle Befragten, 93 Prozent, sind der Meinung, dass Geflügelfleisch und Eier gekennzeichnet werden sollten, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Die Verbraucher sind auch bereit, mehr Geld auszugeben, wenn sie dafür die Garantie haben, gentechnikfreie Lebensmittel zu erhalten.  So gaben 80 Prozent der Befragten an, dass sie mehr als zehn Cent zusätzlich für ein Hähnchen ausgeben würden, wenn sichergestellt ist, dass es ohne Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen gemästet wurde.

Protest vor Lidl-Filialen

Ähnliches gilt auch bei Eiern: 85 Prozent der Befragten würden mehr als fünf Cent mehr für ein Ei ausgeben, wenn diese ohne Gentechnik produziert wird. „In Deutschland bestimmen die Discounter mit ihrer Preispolitik die Qualität unserer Lebensmittel. In keinem anderen europäischen Land haben die Billigsupermärkte so viel Einfluss. Und billig heißt Masse statt Klasse sowie auf Gentechnik zu setzen“, sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. „Statt ihre Marktmacht zu nutzen, missachten Lidl und Aldi den Wunsch vieler Verbraucher nach guten Lebensmitteln. Lebensmittel, die nicht nur gesund, sondern auch ökologisch und sozial verträglich produziert wurden.“

Aus diesem Grund standen Greenpeace-Aktivisten am Samstag vor Ostern im ganzen Bundesgebiet erneut vor Lidl-Filialen. In 34 Städten sprühten die Aktivisten bunte Ostereier mit Sprühkreide auf den Gehweg vor den Läden.  Zudem informieren die Aktivisten mit Aufstellern und Flyern über den möglichen Einsatz von Gentechnik bei Geflügelfleisch und Eiern von Lidl.

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen belastet auf Dauer die Umwelt. Die für die Fütterung eingesetzte Gen-Soja stammt zum großen Teil aus Brasilien. „Das Billigfleisch der Discounter kommt uns teuer zu stehen: Abholzung der Regenwälder, erhöhter Gifteinsatz,  Rückgang der Artenvielfalt – Gentechnik auf dem Acker ist auf die Spitze getriebene industrialisierte Landwirtschaft“, so Töwe.

Grafik: Verbraucher lehnen Gen-Futter für Geflügel ab

Publikationen

Umfrage: Gentechnik in Lebensmitteln

Eine von Greenpeace beauftragte Umfrage des Forsa-Instituts ergab, dass es für 79 Prozent der Verbraucher wichtig ist, dass Legehennen und Geflügel nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden.
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