
Vier ganze Tage harrte das Zweierteam in der Überlebenskapsel aus, die über dem Meer schwebte. So wollten sie die umweltschädigenden Offshore-Ölbohrungen in den sensiblen arktischen Gewässern vor der Küste Westgrönlands hinauszögern. Vier Tage, in denen eine Katastrophe wie "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko verhindert werden konnte. Doch diese Aktion wurde nun beendet; ein Greenpeace-Video zeigt, wie ein dänsiches Kriegsschiff die Kapsel in Beschlag nimmt.
Trotz der Festnahme der beiden Aktivisten wird Greenpeace weiterhin am Ball bleiben. Denn bei den Bohrungen gelangen tausende Tonnen giftiger Chemikalien ins Meer. Diese können die Meerestiere schädigen und somit auch die grönländische Fischerei belasten. Denn etwa 90 Prozent der grönländischen Exportwirtschaft trägt sich aus der Fischerei. Das Greenpeace-Schiff "Esperanza" wird weiterhin am Rande der 500-Meter-Sperrzone um die "Leiv Eiriksson" vor Ort bleiben.
Währenddessen klagt der Plattformbetreiber Cairn Energy, dass ihnen durch die viertägige "Besetzung" der Ölbohrinsel Kosten in Höhe von rund vier Millionen US-Dollar entstanden seien. Für jeden weiteren Tag, an dem der Betrieb behindert werde, verlangt Cairn Energy zwei Millionen US-Dollar. Eine Klage soll am kommenden Montag an einem niederländischen Gerichtshof verhandelt werden. Doch Medien gegenüber, unter anderem BBC, hat sich der Ölkonzern so geäußert, dass die Besetzung keine wirtschaftlichen Auswirkungen gehabt habe.
Einen Eindruck der letzten Minuten in der Überlebenskapsel bietet der Live-Feed, den die beiden Aktivisten bis kurz vor Ende der Aktion von der Kapsel aus bedient haben. In einem Blogbeitrag haben sie außerdem einen Tagesablauf in der Überlebenskapsel dokumentiert.