
Das Unglück hat bisher elf Menschenleben gekostet. Nach über 20 Menschen wird noch gesucht. Laut Medienberichten mussten die Helfer vor Ort vorerst ihre Arbeit einstellen. Das vor der toskanischen Insel Giglio auf einem Fels aufgelaufene Kreuzfahrtschiff sei erneut um einige Zentimeter abgerutscht. Dadurch ist das Risiko für die Rettungskräfte zu groß. Wann sie mit der Suche nach den Vermissten fortfahren können, ist noch unklar.
Gleichzeitig besteht eine weitere Gefahr. Sollte das Schiff durch schlechteres Wetter und höheren Wellengang über die Felskante abrutschen, könnten der Rumpf und möglicherweise auch die Tanks beschädigt werden. Sollte es so weit kommen, könnte ein Teil der knapp 2.400 Tonnen Öl ins Meer laufen - wahrscheinlich überwiegend Schweröl.
Schweröl ist ein Rückstandsöl aus den Raffinerien
, erklärt Greenpeace-Experte Kai Britt. Die darin enthaltenen Stoffe wie Schwermetalle und Polyaromatische Kohlenwasserstoffe sind hochgradig toxisch.
Diese krebserregenden Stoffe führen durch Einatmen oder durch die Aufnahme in der Nahrungskette zur Vergiftung. Das Öl verklebt außerdem die Haut von Meerestieren und führt zum Erstickungstod.
Die Costa Concordia ist in einem Walschutzgebiet im Tyrrhenischen Meer aufgelaufen. Dort sind mehrere Walarten zu Hause. Besonders Finnwale beziehen in diesem Gebiet ihre Sommerreviere. Außerdem leben dort viele empfindliche und schützenswerte Arten, unter anderem Delfine und Korallen.
Greenpeace fordert deshalb, dass die Ölbekämpfungsteams auf Abruf bereit stehen. Sie müssen mit ihrer Arbeit beginnen, sobald die vermissten Passagiere geborgen sind.