
Ölkonzerne raus aus der Tiefsee!
Diese Forderung vertreten die Greenpeace-Aktivisten auch in Brüssel. Sie wollen neue Tiefseebohrungen verhindern und die Linzenzvergabe für Ölförderung in der Tiefsee stoppen. Denn es sind zwar die Nationalstaaten, die Bohrlizenzen vergeben, aber die EU kann Rahmenbedingungen vorgeben. Zum Beispiel könnte die EU Bohrungen unterhalb von 200 Metern verbieten.
Christoph von Lieven, Ölexperte bei Greenpeace, dringt auf mehr Regulierung: Wir unterstützen den Vorschlag von Oettinger alle Bohrungen auf See stärker zu regulieren und zu überwachen. Der Energiekommissar muss den Ölkonzernen jetzt klare Grenzen setzen. Ein sofortiges Moratorium und letztlich eine Beendigung der Tiefseebohrungen, sind die logische Konsequenz aus dem Desaster.
Denn die Ölkonzerne hätten nichts aus der Katastrophe im Golf gelernt, so von Lieven. Sie drängen weiter in die Tiefsee vor, als sei nichts geschehen.
Shell Chef Peter Voster und de BP Chefvolkswirt haben angekündigt ihre Bohrungen weiter auszuweiten. Bei allen Bohrungen tritt auch im Normalzustand
Öl aus, das die Meere dauerhaft verschmutzt und Leben vernichtet. Greenpeace stellt bei Überflügen in der Nordsee und dem Nordatlantik immer wieder fest, dass auch dort permanent Öl austritt. Hier bohren Ölkonzerne ebenfalls, ohne für den Notfall technisch oder finanziell ausreichend abgesichert zu sein. Das Risiko eines Unfalls, wie bei BP, besteht seit Jahren - an der Katastrophe im Golf wird es nur das erste Mal sichtbar.
Dabei liegt die Alternative auf der Hand: das Konzept Energie [R]evolution von Greenpeace und dem Europäischen Dachverband der Industrie für Erneuerbare Energien (EREC). Das Konzept zeigt, wie 80 Prozent der weltweit benötigten Energie 2050 mit Erneuerbaren Energien abgedeckt werden können. "Eine vollständige Stromversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien ist keine Frage der Technik, sondern des politischen Willens", sagt die Geschäftsführerin von EREC, Christine Lins.