
Gastgeber der Veranstaltung ist das staatliche Greenland Bureau of Minerals and Petroleum (BMP). Es hatte dafür das fünfte Stockwerk des Nordatlantikhauses angemietet. "Zufällig" fand ein Stockwerk tiefer eine Greenpeace-Veranstaltung statt. Greenpeace-Aktivisten halfen den Firmenvertretern, die richtige Konferenz zu finden: Sie lotsten sie im 4. Stock aus dem Fahrstuhl. Dort erwartete die Öllobby ein fachkundiger Vortrag mit vielen guten Gründen gegen Ölbohrungen in der Arktis.
Das BMP will mit dem heutigen Vorbereitungstreffen eine neue Runde um das arktische Öl einleiten. Es geht um die Kanumas-Region vor der Küste Nordostgrönlands. In dem rund 50.000 Quadratkilometer großen Gebiet werden große Ölvorkommen vermutet. Die Konzerne erhalten alle Informationen, die sie brauchen, um sich für Probebohrungen zu entscheiden und mitzubieten.

Am 1. Januar 2012 soll es in die Vorlizenzierungsrunde gehen - vorerst für ein Teilstück von 30.000 Quadratkilometern. Insgesamt wird sich der Lizensierungsprozess rund zwei Jahre hinziehen. Für die Firmen geht es um viel Geld. Für die Natur geht es ums Ganze.
"Keine Lizenz für Ölbohrungen", fordern die Greenpeace-Aktivisten. "Die Ölgesellschaften haben sich aus der Arktis fernzuhalten. Sie dürfen nicht aus purer Gier die unberührte arktische Natur verspielen", so der dänische Arktisexperte Jon Burgwald.