
Bereits im Juni 2010 wurde der riesige Ölschwaden entdeckt. Seitdem haben Wissenschaftler ihm 57.000 Proben entnommen. Diese zeigen: Der Schwaden besteht aus einer Kombination giftiger Ölkomponenten wie beispielsweise Benzen und Xylen. Die Langzeitfolgen für das Ökosystem können kaum eingeschätzt werden.
Greenpeace-Experten fürchten mit Blick auf vergangene Ölunfälle langjährige Schäden. Große Sorgen bereiten Umweltschützern vor allem die massiven Mengen an Corexit, einem giftigen Lösungsmittel. BP hatte die Chemikalie nicht nur auf der Meeresoberfläche eingesetzt, sondern auch direkt am leckenden Bohrloch. Die Folge: Die aufgelösten Öltröpfchen wirbeln weit unterhalb der Wasseroberfläche.
Wie viel Öl aus der BP-Katastrophe wohl weiterhin unentdeckt im Wasser treibt? Erst kürzlich haben US-Wissenschaftler die offiziellen Zahlen widerlegt: Nicht 24, sondern 79 Prozent des ausgelaufenen Öls befänden sich weiterhin im Golf. (Hier geht es zur deutschen Übersetzung des Berichts). Die US-Regierung hatte zuvor angegeben, dass ein Großteil des Öls bereits biologisch zersetzt, verdunstet, abgefackelt und eingesammelt worden sei. Zahlreiche Medien meldeten daraufhin, der Großteil des Öls sei verschwunden – eine Fehlinterpretation.

Seit Beginn der Ölpest steuert der Verursacher der Ölpest gezielt den Informationsfluss und vertuscht eigene Fehler bei der Wartung der geleasten Deepwater Horizon. Der Plattform-Besitzer, die schweizerische Transocean Ltd., wirft BP vor, Beweismaterial über den Ölunfall zurückzuhalten. Auch Greenpeace misstraut den Angaben des Ölmultis: Um Wissenschaftlern und Medien unabhängige Untersuchungen und Berichterstattung zu ermöglichen, hält Greenpeace ein Schiff in der Golfregion. Das Team auf der Arctic Sunrise entnimmt zu Vergleichszwecken Proben in bisher nicht geschädigten Gebieten und untersucht anschließend die kontaminierten Regionen.