
Vor sechs Wochen war das Frachtschiff Rena auf das Astrolabe Reef vor Neuseeland aufgelaufen. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 360 Tonnen Schweröl ins Meer gelangt. Noch immer werden Ölklumpen an Land gespült.
Vor einigen Tagen hat nun die Regierung bekannt gegeben, dass der Frachter bis auf etwa 60 Tonnen Schweröl leergepumpt sei. Das übrige Öl habe sich in den Tanks mit Wasser vermischt und sei daher schwer abzupumpen. Aus diesem Grund liegt der Fokus jetzt auf der Bergung der übrigen Container. Diese sind zunächst mit Peilsendern versehen worden. So geht die teilweise sehr giftige Fracht nicht verloren, wenn sie über Bord geht. Auch bei der Bergung der Container ist Glück im Spiel, da diese nur bei Windstärken bis etwa 44 km/h von Deck geholt werden können.

Das Unglück vor Neuseeland hat wieder einmal gezeigt, wie schwierig es ist, mit Öllecks auf See umzugehen. Glück gehabt, Neuseeland
, meint Greenpeace-Sprecher Kai Britt. Um die Gefahr für die Umwelt zukünftig zu verringern, gibt es kurzfristig nur eine Lösung: Schiffe dürfen nicht länger mit sogenanntem Schweröl betrieben werden sondern stattdessen mit leichten Dieselölen. Diese verteilen sich besser, verdunsten schneller und sind weniger schädlich, wenn es zum Unfall kommt
, so Britt.
Der Einsatz von leichten Dieselölen an Stelle von Schweröl käme auch dem Klima zugute. Bei der Verbrennung von Schweröl enstehen wesentlich mehr Schadstoffe und CO2 als bei der Verbrennung von leichten Dieselölen.
Das 21 Jahre alte Containerschiff Rena ist am Mittwoch, 5. Oktober, auf das Astrolabe Reef aufgelaufen, das sich rund sieben Kilometer nördlich des Motiti Island befindet. Das 236 Meter lange Schiff hatte rund 1.700 Tonnen Schweröl an Bord. In einigen Containern soll sich zudem die giftige Substanz Alkylsulfonsäure befinden.