
Alles Mögliche in die Wege zu leiten, um der Meeresverschmutzung im Nordost-Atlantik vorzubeugen oder sie zu entfernen
- diesem Ziel haben sich alle 16 OSPAR-Vertragsstaaten verpflichtet. Sie entscheiden heute und morgen in Bergen über das Thema Tiefseebohrungen im Nordost-Atlantik. Eingebracht hat das Thema – auch auf Druck von Greenpeace – der deutsche Umweltminister, der wohlweislich nicht den Weg zur Konferenz eingeschlagen hat. Im Zuge einer Ressortabstimmung knickte Her Röttgen vor Amtskollege Brüderle ein und lieferte einen recht dürftigen OSPAR-Antrag ab. Mehr...
Dänemark, Großbritannien und auch Gastgeberland Norwegen werden den deutschen Antrag wohl kaum unterstützen. Nach Lage der Dinge ist nicht mehr als eine butterweiche Ankündigung von freiwilligen Untersuchungen zur Gefahr von Tiefseebohrungen zu erwarten,
sagt Stefan Krug, Leiter der politischen Vertretung von Greenpeace e.V. Er ist seit Beginn der Konferenz als Beobachter vor Ort und berichtet, dass der deutsche Antrag von den Ölländern im Verlauf der ersten Tage deutlich abgeschwächt wurde: Jetzt, nach drei Tagen Verhandlungen, hat man sich auf eine Empfehlung geeinigt, in der das Wort Moratorium gar nicht mehr vorkommt
, so Krug im Greepeace-Blog. Es soll erst einmal abgewartet werden, was denn bei der Untersuchung des Ölunfalls durch die US-Regierung heraus kommt, und was die EU-Kommission zu dem Thema sagen wird.
Auch EU-Energiekommissar Oettinger hatte sich kurz nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko für einen sofortigen Stopp von Tiefseebohrungen ausgesprochen. Mehr...

Pünktlich zum Start der OSPAR-Konferenz haben Greenpeace-Aktivisten ein Ölbohrschiff der Firma Chevron vor den Shetlands erklettert und so die Weiterfahrt vorerst gestoppt. Mehr... Im Zuge der internationalen Greenpeace-Kampagne Go beyond oil!
haben die Aktivisten kurz zuvor in der Arktis die gefährlichen Probebohrungen von Cairn Energy über 40 Stunden aufhalten können. Mehr... Seit der Ölkatastrophe der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko macht Greenpeace verstärkt auf die Gefahr Tiefseebohrungen aufmerksam. In Tiefen ab 200 Metern abwärts können die Ölkonzerne einen möglichen Ölunfall kaum mehr händeln. Einen funktionierenden Notfallplan können sie nicht vorweisen. Greenpeace-Aktivisten protestieren deshalb seit Wochen in über 50 deutschen Städten vor den Tankstellen der großen Konzerne und sammeln Unterschriften für ein Ende der Tiefseebohrungen. Mehr... Bei einer zweitägigen Aktion in Berlin kamen auf einem 80 Quadratmeter großen Banner rasch über 10.400 Unterschriften und Botschaften für einen Stopp von Tiefseebohrungen zusammen. Das Riesenbanner wird den OSPAR-Delegierten am Tagungsort entgegenwehen.