
Zur Eröffnung des Weltenergiekongresses organisierte Greenpeace gemeinsam mit 27 weiteren Organisationen eine Kundgebung am Veranstaltungsort. Mit Bannern Go Beyond Oil
(Zeit, das Erdöl hinter uns zu lassen) begrüßten sie die knapp 5.000 Besucher aus aller Welt. Der Protest richtete sich konkret an Quebecs Premier Jean Charest, der zukünftig Öl- und Gasbohrungen in der Provinz genehmigen möchte. Mit seinen Plänen, die fossilen Energien voranzutreiben, untergräbt er gleichzeitig das Versprechen der kanadischen Regierung: Diese plant - so zumindest die öffentlichkeitswirksame Aussage - die nationale Treibhausgasquote kräftig herunterzufahren, um den Klimawandel zu verlangsamen.
Fossile Energien richten riesige Verwüstungen auf der ganzen Welt an, von der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bis hin zum rücksichtslosen Run auf das Öl in der Arktis,
sagt Julien Vincent, Klima- und Energieexperte von Greenpeace International. Wenn sich die Industrie dazu herablässt, zum Weltenergiekongress nach Montreal zu kommen, müssen wir eine klare Botschaft haben: Wir brauchen dringend eine Energie-Revolution, müssen das Zeitalter des Öls und anderer fossiler Brennstoffe hinter uns lassen und unsere Zukunft mit sauberen, erneuerbaren Energien gestalten
, so Vincent.
A sustainable Energy Outlook for Canada
Pünktlich vor Start des Weltenergiekongresses hat Greenpeace Kanada einen neuem Bericht zur Energy-Revolution mit einer vergleichenden Analyse von Kanadas Energie-Potenzial veröffentlicht. Der Report zeigt, dass das Land zehntausende grüner Jobs schaffen kann, wenn es bis zum Jahr 2050 über 90 Prozent des nationalen Verbrauchs aus erneuerbaren Energien speist.
Wir zeigen, dass Kanada einen großen Part zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen kann, aber um das zu ermöglichen, muss Premierminister Harper seine Promo-Tour für Ölsandprodukte beenden
, fordert Virginie Lambert Ferry, Klimaexpertin bei Greenpeace Kanada. Auch deutsche Greenpeace-Aktivisten protestierten bereits im Mai 2010 gegen den Besuch des kanadischen Premiers Stephen Harper, der bei Kanzlerin Angela Merkel die Werbetrommel für Produkte aus Ölsandabbau rührte.
Weltweit fordern Greenpeace-Büros eine Abkehr von den fossilen hin zu den erneuerbaren Energien. Zwei Schiffe unterstützen die internationale Go Beyond Oil-Kampagne von Greenpeace: Die Arctic Sunrise ermöglicht Wissenschaftlern im Golf von Mexiko, die Folgen der von BP ausgelösten Ölkatastrophe unabhängig zu erforschen. Die Esperanza stoppte kürzlich über 40 Stunden lang die gefährlichen Probebohrungen der britischen Ölfirma Cairn Energy in der Arktis.