
Bussau spricht von einer chronischen Verschmutzung
der Nordsee, die es seit Jahrzehnten gebe und gravierende Folgen habe. Ein Umkreis von 500 Metern um die Plattformen herum ist durch Öleinleitung beeinträchtigt
, sagt der Meeresbiologe.
Eine Fläche von 4000 bis 5000 Quadratkilometern sei praktisch tot. Zum Vergleich: Das Saarland ist 2570 Quadratmeter groß. Auf dem Boden findet man keine größeren Meerestiere mehr
, erläutert Bussau. Betroffen seien etwa Schlangensterne und Muscheln. Diese Tiere filterten normalerweise kleinste Nahrungsteilchen aus dem Wasser, das in der Nähe der Plattformen aber von Öl belastet sei.
Bussau befürchtet, dass der Ölteppich am Golf von Mexiko an die US-Küste geschwemmt wird. Der Ölteppich ist mittlerweile so groß, dass er nicht mehr bekämpfbar ist.
Aber nach Unglücken wie jetzt an der Küste vor New Orleans sei die Natur meist in der Lage, sich zu erholen.
Am Golf von Mexiko ist es jetzt wichtig, dass so viel Öl wie möglich herausgeholt wird
, sagt Bussau. Sinke das Öl erst einmal auf den Meeresgrund, werde es kontinuierlich Schadstoffe abgeben. Und dann gelangt es in die Nahrungskette
, sagt der Greenpeace-Experte. Notfalls müsse in der Gegend die Fischerei eingestellt werden.