
Die Risse wurden auch von Regierungschef John Key im Fernsehen bestätigt: Wir haben Belastungsrisse am Rumpf festgestellt, sodass wir ein Auseinanderbrechen des Schiffes nicht ausschließen können.
Sollte dieses Szenario eintreten, könnten noch mehr als bislang rund 300 Tonnen Schweröl ins Meer gelangen. Am Strand von Mount Maunganui, der als beliebter Badeort gilt, werden mittlerweile immer mehr Ölklumpen angeschwemmt. In der Bucht kalben regelmäßig Blauwale und Delfine. Eine drohende Ölpest durch das havarierte Containerschiff könnte diesen Lebensraum nun zerstören. 200 ölverschmierte Seemöwen sind bereits tot aufgefunden worden.

Nick Quinn von der staatlichen Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) sagt, dass sie sich auf den schlimmsten Fall eingestellt haben. Mittlerweile seien hunderte Experten verschiedener Organisationen im Einsatz.
Die Abpumparbeiten mussten bereits am Dienstag unterbrochen werden. Nachdem durch schlechtes Wetter Wellen von vier bis fünf Metern auf das Schiff trafen, wurde das Rettungsteam evakuiert und die Arbeiten gestoppt. Neuen Medienberichten zufolge sollen auch erste Container bedingt durch den hohen Wellengang vom Schiff ins Wasser gefallen sein. Die Wellen sollen auch die Risse am Rumpf verursacht haben.
Derweil musste sich der philippinische Kapitän des Schiffes zum ersten Mal nach seiner Festnahme vor Gericht verantworten. Er habe laut Anklage unnötige Gefahren und Risiken
heraufbeschworen. Wie der neuseeländische Rundfunk berichtet, sei er gegen Kaution wieder freigelassen worden.
Greenpeace fordert die neuseeländische Regierung auf, ihre Pläne, die nationalen Gewässer für Tiefseebohrungen zu öffnen, aufzugeben. Zudem dürfen Schiffe nicht mehr mit Schweröl betrieben werden.
In Neuseeland zeigt sich wieder, wie schwierig es ist mit Öllecks auf See umzugehen. Unfälle auf See werden auch zukünftig stattfinden, deshalb muss die Gefahr für die Umwelt verringert werden
, warnt Greenpeace-Sprecher Kai Britt. Schiffe dürfen nicht länger mit sogenanntem Schweröl betrieben werden, sondern stattdessen mit leichten Dieselölen. Diese verteilen sich besser und verdunsten schneller, wenn es zum Unfall kommt.
Außerdem entstünden durch die Verbrennung von Schweröl wesentlich mehr Schadstoffe und CO2 als bei der Verbrennung von leichten Dieselölen. Allein aus Sicht des Klimaschutzes und wegen der Luftverschmutzung muss man diesen Weg gehen.

Das 21 Jahre alte Containerschiff Rena ist vor rund einer Woche am Mittwoch, 5. Oktober, auf das Astrolabe Reef aufgelaufen, das sich rund sieben Kilometer nördlich des Motiti Island befindet. Das havarierte Containerschiff hat rund 1700 Tonnen Schweröl an Bord. Medienberichten zufolge sind bereits bei einer früheren Inspektion Mängel festgestellt worden, gerade bei den Seekarten. Diese Mängel wies die Reederei des Schiffes allerdings zurück.