
Die Aktivisten und Aktivistinnen aus Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich haben drei Tonnen Eis auf dem Vorplatz der Tankstelle verteilt. Auf dem Eis saß ein täuschend echter Eisbär. Am Dach der Tankstelle hing ein Transparent mit der Aufschrift: "Arktisches Öl - zu riskant".
Auch Kumi Naidoo, Exekutivdirektor von Greenpeace International, befindet sich auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF). Naidoo sagt: "Die gewaltigen Risiken, die Shell in der Arktis eingeht, sind für die Investoren, die unberührte Umwelt und das Klima gleichermaßen eine schlechte Nachricht. Nach einer Pannenserie in Alaska, bei der der Konzern von einem gefährlichen Zwischenfall zum nächsten strauchelte, ist klar: Shell ist nicht in der Lage, eine solch waghalsige Unternehmung auch nur annähernd sicher durchzuführen"
(zur Chronologie der Shellpannen)
Die Aktion ging bis in den Nachmittag hinein und ist inzwischen beendet worden. "Wir haben ein starkes Signal an Shell, ans WEF und an das Arktis-Panel gesendet", so Greenpeace-Sprecher Yves Zenger.
Peter Voser, Vorstandsvorsitzender von Shell, befindet sich gegenwärtig ebenfalls in Davos, wo sein Konzern am Donnerstag mit dem diesjährigen Publikums-Preis des Public Eyes ausgezeichnet wurde. Greenpeace ist zuversichtlich, dem Shell-Chef den Preis persönlich übergeben zu können. Der jährliche Schmähpreis geht jeweils an das Unternehmen, das die menschen- und umweltverachtendsten Geschäftspraktiken an den Tag legt.
Greenpeace fordert das WEF an diesem Tag auf, darüber nachzudenken, ob zerstörerische Konzerne wie Shell auch in Zukunft nach Davos eingeladen werden sollten. Die Umweltschutzorganisation plädiert für einen Ausschluß vom WEF, solange Shell sein Arktis-Programm fortführt.
Shells 28 000 Tonnen schwere Bohrplattform Kulluk war kürzlich unweit der alaskischen Insel Kodiak auf Grund gelaufen, nachdem bei stürmischer See mehrere Schleppseile gerissen waren. Der Zwischenfall veranlasste die US-Regierung, das gesamte Arktis-Bohrprogramm von Shell zu untersuchen.
Seit 2012 läuft die internationale Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Arktis, die das Ziel hat, die unbewohnten Gebiete am Nordpol zum Schutzgebiet zu erklären. Inzwischen haben sich schon mehr als 2,3 Millionen Menschen auf savethearctic.org der Bewegung angeschlossen, darunter Persönlichkeiten wie Paul McCartney, Richard Branson und Penelope Cruz.