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Obama will Bienen schützen

Wenn sich der Nutzen von Tieren in ökonomischen Zahlen darstellen lässt, dann werden auch Regierungen aktiv. US-Präsident Obama will das massenhafte Bienensterben aufhalten.
 

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Neueste Schätzungen aus den USA berechnen den Bestäubungswert von Bienen und wilden Bestäubern alleine in den USA auf 24 Milliarden US-Dollar. Aber auch dort haben Imker mit dem Bienensterben zu kämpfen. Alleine im Winter 2013/14 haben Imker mit einem Verlust von 23 Prozent zu kämpfen. Daher hat Präsident Barack Obama jetzt eine Taskforce eingerichtet, die sich damit befassen will, was Bienen tötet und wie sich das Massensterben aufhalten lässt.

„Das Bienensterben ist ein komplexes Problem,“ sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. „Faktoren wie Klimawandel und Parasiten können nur bedingt beeinflusst werden, der Einsatz von bienengefährdenden Pestiziden lässt sich aber umgehend einschränken und verbieten.“

Pestizidcocktails gefährden die Bienen

In der Studie „Bye Bye Biene?“ hat Greenpeace bereits 2013 sieben Pestizide identifiziert, die umgehend verboten werden müssen, um die Biene und andere Bestäuber vor den akuten und chronischen Auswirkungen besonders bedenklicher Pestizide zu schützen. Vier der von Greenpeace identifizierten Stoffe hat die EU bereits im vergangenen Jahr teilweise verboten, darunter auch die umstrittenen Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide. Bis 2015 ist die Anwendung dieser Pestizide nur noch eingeschränkt zugelassen. Es ist dringend notwendig, dass ein vollständiges und langfristiges Verbot eingeführt wird.

Aktuelle Untersuchungen von Greenpeace zeigen, dass die Bienen noch immer mit gefährlichen Pestizidcocktails in Berührung kommen. Sowohl im Pollen als auch in Zierpflanzen, die jeder gerne in seinen Garten oder auf seinen Balkon pflanzt, wurden Rückstände bienengefährlicher Pestizide gefunden.

Vergiftete Gewässer

Erst in der vergangenen Woche hat das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) eine Studie veröffentlicht, wonach europäische Gewässer stärker durch Chemikalien belastet sind als bislang angenommen. Pestizide aus der Landwirtschaft tragen den Hauptteil dazu bei. Bei 15 Prozent der Gewässer ist die chemische Belastung so hoch, dass es zu akuten Vergiftungen der Gewässerorganismen kommt. Ein ökologisches Risiko besteht sogar bei der Hälfte der europäischen Gewässer.

„Die Pestizidreduktion muss auf allen Ebenen noch viel stärker vorangetrieben als bisher, denn es zeigt sich immer wieder: Derzeit wird bei Weitem noch nicht genug getan, um Gewässer und Umwelt vor dem Eintrag gefährlicher Pestizide zu schützen,“ sagt Huxdorff.

Seit 2013 arbeitet Greenpeace auf europäischer Ebene zum Schutz von Bienen und Landwirtschaft. Das globale Bienensterben ist ein Symptom einer krankenden industriellen Landwirtschaft, die von einseitigen Anbausystem und stetig steigendem Einsatz von Chemikalien geprägt ist.

Mehr Informationen:

Kritik am Pestizid-Aktionsplan

Publikationen

Report: Gift im Bienengepäck

Der Greenpeace-Report fasst eine europaweite Untersuchung gesammelter Bienen-Pollen zusammen.Das beauftragte Labor hat in den Pollen Pestizidcocktails mit bis zu 17 Agrargiften gefunden. In acht von 15 Pollenproben aus Deutschland fand sich das für Bienen gefährliche Neonicotinoid Thiacloprid von Bayer.

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