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Ein Artikel von Beate Steffens

Wal vor japanischer Botschaft wird zur Pilgerstätte

Die Mahnwache vor der japanischen Botschaft in Berlin mausert sich in den frühen Morgenstunden zu einem Publikumsmagnet. Schüler und Schülerinnen, Anwohner und sonstige Schaulustige kommen vorbei und bekunden ihre Solidarität mit der Aktion gegen den japanischen Walfang.

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Kurz nach acht Uhr bekam der Finnwal ganz besonderen Besuch. Der Schauspieler Ralph Herforth hatte von der Greenpeace-Aktion im Radio gehört. Ich habe mich sofort auf den Weg gemacht, sagte er vor Ort. Auf die Frage "Warum?" antwortet er: Weil ich die Aktion total richtig finde. Ich verstehe gar nicht, warum die Industrienationen wegen des Walfangs nicht härter gegen die Japaner vorgehen. Was soll das, dass die Japaner diese tollen Tiere essen.

Ich finde, wir alle sollten Respekt gegenüber diesen einzigartigen Tieren haben, sagt Herforth weiter. Ich habe selbst zwei Kinder und ich möchte, dass auch die Generationen nach uns noch Wale kennenlernen können. Super Aktion. Zwischen Autos, Schaulustigen, Polizisten und Greenpeacern bahnt er sich mit seiner Hündin Lilly einen Weg zum Wal und macht ein paar Bilder.

Auch die Aktivisten im Südpolarmeer haben von der Aktion in Berlin erfahren. Regine Frerichs, derzeit in der Antarktis gegen die japanischen Walfänger aktiv, schreibt: Super! Hier sind alle ganz aufgeregt und ausgerechnet jetzt haben wir keine Internetverbindung. Es ist klasse, dass auch vor der japanischen Botschaft jetzt was passiert. Es ist doch eigentlich unglaublich. Es stirbt ja nicht jeden Tag ein Finnwal in der Ostsee, aber ausgerechnet jetzt.

Die japanische Walfangflotte will in dieser Saison 935 Minkewale und zehn Finnwale abschlachten. In der Antarktis an Bord des japanischen Fabrikschiffes Nisshin Maru werden die Wale sofort zerlegt und für den japanischen Markt verarbeitet. Das Fleisch wird anschließend für bis zu 300 Euro pro Kilo verkauft.

Seit Mitte Dezember befinden sich die beiden Greenpeace-Schiffe Esperanza und Arctic Sunrise im arktischen Walschutzgebiet, in dem die Japaner illegal Wale jagen. Dort setzen sie sich mit ihren Schlauchbooten zwischen Wale und Harpunen der japanischen Flotte, um die Meeressäuger zu schützen.

In den vergangenen Tagen sind die Walfänger immer aggressiver gegen die Aktivisten vorgegangen. Eine Harpune schoss nur knapp über ein Schlauchboot hinweg. Das Fangseil riss den Fahrer in die antarktischen Gewässer. Glücklicherweise ist niemand verletzt worden.

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