Wasserqualität im Great Barrier Reef beeinträchtigt

Trübe Aussichten

Australiens Regierung wird nicht müde, zu versichern: Dem Great Barrier Reef geht es gut. Das widerlegt ein neuer staatlicher Report, der die Wasserqualität im Korallenriff untersucht hat.

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Mit steigendem Stickstoffgehalt im Wasser kommen sie im Scharen: Dornkronenseesterne. Die stacheligen Gesellen verursachen auch beim Menschen Übelkeit, Lähmung und starke Schmerzen. Sie ernähren sich von Steinkorallenpolypen und fressen sich regelrecht durch die Riffe. Besonders das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens mit seinen mehr als 600 Korallenarten erlebt immer wieder Invasionen der aggressiven Stachelhäuter.

Landwirtschaft belastet das Riff

Im Zusammenhang mit der Seestern-Plage steht die zunehmende Überdüngung  der Meere: Abwässer aus der Landwirtschaft spülen über die Flüsse Stickstoff, Pestizide und Sedimente ins Riff. Stickstoff beispielsweise fördert das Algenwachstum und damit die Nahrungsgrundlage für die Larven der Dornkronenseesterne. Feinste Sedimente hingegen lagern sich auf den Korallen ab und beeinträchtigen das Wachstum des Korallenskeletts. Eine fatale Kombination für die fragilen Blumentiere.

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Neuer Report bemängelt Wasserqualität

Diese Entwicklung im Great Barrier Reef gibt nicht nur Umweltschützern längst Anlass zur Sorge. Ein neuer Report bestätigt nun: Die Wasserqualität liegt weiter unter dem Sollwert – und alles deutet darauf hin, dass Australien seine Ziele zur Verbesserung der Wasserqualität nicht erreichen wird.

Berechnet hat dies das Queensland Audit Office, eine Kontrollstelle, die für den australischen Bundesstaat Monitoring-Berichte erstellt. Sandra Schöttner, Meeresbiologin und Meeresexpertin bei Greenpeace, ist empört: „Gerade der australische Umweltminister hat wiederholt öffentlich betont, dass die Schäden des Riffs durch die Landwirtschaft zurückgegangen seien und Australien riesige Fortschritte bei der Verbesserung der Wasserqualität erzielt. Das waren offensichtlich reine Beschwichtigungsversuche.“

Dazu muss man wissen, dass Australien unter Druck steht: Die UNESCO hat bereits gedroht, das Great Barrier Reef, das seit 1981 Weltnaturerbe ist, auf die Rote Liste zu setzen. Die konservative australische Abbot-Regierung musste bereits einen Riffschutzplan erarbeiten und ist angehalten, der UNESCO künftig über den Zustand des Riffs und die Fortschritte bei Schutzmaßnahmen zu berichten.

Australische Regierung wiegelt beim Riffschutz ab

„Der neue Wasser-Report zeigt klar, dass der australische Schutzplan nicht ausreicht“, sagt Schöttner. „Die australische Regierung unternimmt nicht genug, um das Great Barrier Reef zu bewahren.“

So plant sie etwa den Ausbau der Kohleförderung in Küstennähe, die per Export Geld ins Land spülen soll. Das Problem: Die Kohle-Expansionspläne gefährden das Riff – mittelfristig durch die Anheizung des Klimawandels, aber auch ganz unmittelbar. Unter anderem sollen Millionen Tonnen Meeresboden im Welterbe-Gebiet ausgebaggert werden, um den Zugang zu den Kohlehäfen zu vergrößern.

Australiens Umweltminister verstrickt sich in widersprüchliche Aussagen; zuletzt ließ er gegenüber dem TV-Sender Channel 10 verlauten, die Ausbaggerungspläne seien vom Tisch, ebenso der Plan, das Baggergut im Marinepark des Riffs zu verklappen. Fakt ist: Die Genehmigung für die Ausbaggerungen im Riff liegen weiterhin vor. Und es kommt noch schlimmer: Laut jüngstem Regierungsreport sollen weiterhin jährlich eine Million Kubikmeter Baggergut aus laufenden Wartungsarbeiten im Great Barrier Reef abgeladen werden.

„Langsam reicht es“, sagt Schöttner. „Die australische Regierung muss aufhören, die Öffentlichkeit und die UNESCO über den Gesundheitszustand des Great Barrier Reefs zu täuschen. Entweder Kohleförderung oder Riffschutz – beides zusammen wird nicht funktionieren.“

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